Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1844)
Entstehung
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bemerke er den Mangel an Aufmerkſamkeit bei dem Gra⸗ fen. Mit einer unbedeutenden Frage wandte er ſich an die Baronin von Rawenſtein.

Gerade zu rechter Zeit tönte nun von der Thüre des Speiſeſaals her das gewöhnliche:„Es iſt ſervirt!“ und als man jetzt gehörig bei Tiſche ſaß, wurde der Zwang weniger gefühlt. Die Geſellſchaft horchte auf das geiſtreiche und fließende Geſpräch, das Leiler her⸗ vorzurufen, zuſammen zu knüpfen und zu erhalten wußte, und Alle nahmen ohne ſichtliche Abgeneigtheit daran An⸗ theil. Er war viel und mit Nutzen in fremden Ländern gereist. Er wußte auch Vortheil daraus zu ziehen, und erzählte nun in lebhaftem, und maleriſchem Style von Roms Meiſterſtücken und ſeinen den Jahrhunderten tro⸗ tzenden Bauwerken. Das Kapitol, die St. Peterskirche, der Triumphbogen Trajans und die düſtern Katakomben, jene blutigen Erinnerungen aus Neros Zeit, Alles wurde abgehandelt, aber auf eine Art, die keineswegs wie Groß⸗ thun und Prahlerei ausſah, ſondern ganz natürlich, Eines im Zuſammenhang mit dem Andern, und wie es ſchien, nur von dem anſpruchsloſen Wunſche, der gräf⸗ lichen Familie ein Vergnügen zu machen, hervorgerufen — wie eine Zerſtreuung über Tiſche ausſah.

„Meiner Treu! der Herr iſt nicht ſo dumm; er hat gelebt,“ flüſterte die Baronin von Rawenſtein dem Gra⸗ fen zu, indem ſie ihre Aufmerkſamkeit zwiſchen dem Ver⸗ gnügen, Leilern zuzuhören, und dem nicht weniger un⸗ bedeutenden Genuſſe, ihren leckern Gaumen zu befriedigen, theilend, wechſelsweiſe ihren Blick von dem Teller zum Sprecher wandern ließ.—„Auf meine Ehre! der Menſch hat die Welt geſehen,— beſitzt Ton, Witz, Geſchmack! — Ein Baumeiſter, mein Herr Schwager!“

„Nichts ſo Ungewöhnliches, meine gnädige Frau Schwägerin,“ flüſterte der Graf eben ſo ſtille zurück. „Er iſt ja Künſtler, hat einen künſtleriſchen Kopf, einen künſtleriſchen Sinn, und was noch mehr iſt, ein künſt⸗ leriſches Aeußere. Einem großen Talente, meine Schwä⸗