war, begriff leicht, wie die Sache mit ſeiner Frau Ge⸗ mahlin ſtand, und beeilte ſich deßhalb, ohne weiteren Aufenthalt die Vorſtellung zu beendigen.„Meine Schwä⸗ gerin, die Baronin von Rawenſtein, Herr Leiler, Fräu⸗ lein von Rawenſtein u. ſ. w.“ Dann machte der Graf eine große Tour im Zimmer umher.—„Wo iſt Albano?“ — Der junge Graf hatte ſich noch nicht eingefunden;
und während ihn das geſpannte Auge des Vaters ſuchte, ſlog der Blick des Architekten von dem ſpiegelglatten,
gnädigen und vornehm lächelnden Geſichte der Baronin auf Thelma's, und ſein dortiger Beſuch währte gerade lange genug, um, ohne ein Wort zu wechſeln, das Maͤdchen zu überzeugen, daß ſie keinen unvortheilhaften
Eindruck auf den Fremdling gemacht habe. Dieſe Ueber⸗
zeugung goß eine feine Roͤthe über ihre Wangen, das jedoch von Niemand anders, als von dem bemerkt wurde, der dieß unſchuldige Zeichen, welches ihre Freude über dieß Bemerktwerden ausſprach, hervorgerufen hatte, doch dieß war vielleicht der gefährlichſte Vertraute, den ſie haben konnte; wenigſtens war man verſucht, ſo zu ur⸗ theilen, da ein triumphirendes Lächeln um Leilers Lip⸗ pen ſpielte, und ein Hinaufziehen der tiefen Augendeckel etwas darin erblicken ließ, das etwa ſo ausſah, wie man ſich die Freude eines ſchwarzen Engels denkt, wenn er hofft, einen lichten Engel in ſeinem Netze zu fangen.
Jetzt trat Albano ein, und erwiederte die artige,
beinahe tiefe Verbeugung des Architekten mit nachläſ⸗
ſiger Gleichgiltigkeit. Wie widrig fand Thelma in die⸗
em Augenblicke den Einen, und wie einnehmend den g 1 den
Andern!
um die kleinen Anforderungen der angenommenen Sitte
handelt; aber Albano verachtete alle Formen außer de⸗
nen, die ſein Wille vorſchrieb. Leiler beſaß jedoch viel natürlichen und erworbenen Takt, um zu thun, a
Selten erlaubt ſich ein Mann von Welt und wah⸗ rer Bildung eine vorſätzliche Unhöflichkeit, wenn es ſich
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