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moͤchte ich ihn zwiſchen fünf und ſechs Uhr
Gegen den Schluß dieſes ſtillen Monologs hatten Leilers Geſichtszüge das Gepräge des tiefen, finſtern Ernſtes angenommen, und wie flackernde Feuerſäulen in einer kohlſchwarzen Nacht flammten die ſcharfen, auf einem Punkte ruhenden Augen. Dieſer Punkt ſchien im Anfang keinen Zuſammenhang mit der Richtung ſeines Gedankengangs gehabt zu haben, aber jemehr dieſer von einer exaltirten Spannung zu einer ruhigeren Anſchauung der Dinge überging, einen deſto tiefern Eindruck machte auch der Gegenſtand, der ihn immer mehr feſſelte. Und dieß war das Porträt über dem Kamine.
„Gottestod! das iſt ſie, das kann keine Andere ſein!“ rief er heftig aus, und verſchlang das Bild beinahe mit ſeinen Augen.„Ha! welch' ein Blick, welche Lippe, welch' ein Lächeln, welcher Ausdruck in dieſem ganzen Geſichte! Weib, Weib! dich nannte man auch einmal Engel! Ja, ſie ſind ſchöne Bilder der Unſchuld und Treue. Aber ſie ſteht jetzt ſchon lange vor einem höheren Rich⸗ terſtuhle, als unſer Blick erreichen kann, und auch die andern ſtehen dort. Doch ein Funke lebt noch im Schutte, ein Funke, der nicht eher erliſcht, bis er in der Nacht der Rache hat leuchten und den Purpurſtrahl ihrer Mor⸗ genröthe hat küſſen dürfen.“
Ein leiſes Drehen am Schloſſe unterbrach ſein Sin⸗
nen. Es war die Stuben⸗Stine, die mit Kaffee und
einem Korb friſchem, ſchneeweißem Brode eintrat.
Sogleich nahm Leilers Geſicht eine ſorgloſe Nach⸗ läſſigkeit an.—„Guten Morgen, ſchöne Stine! Trinkt Ihr den Kaffee hier im Probſthofe immer ſo ſpät.“
„O das iſt noch nicht ſo ſpät, das kann Niemand behaupten; wenn ihn aber der Herr künftig früher haben will, ſo kann es geſchehen, denn die Mamſell iſt imme bei Zeit auf.“ 4
„Gut, wenn es keine Beſchwerlichkeiten macht, ſo aben.
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der Probſt ſchon auf?“
MRein, noch nicht, und der Kapitän auch nicht.“
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