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„Mache, daß ich Raſirwaſſer bekomme, Stine, und willſt Du Dich bei mir wohl daran machen, ſo mußt Du raſch ſein. Nun, nehme dort die Schüſſel und eile Dich!“
Das Befehlende in Leilers⸗Ton und Blick, und der Anblick eines nagelneuen Thalerſcheins(beiläufig geſagt nach Stinens Anſicht der wohlverdienteſte, den ſie je empfangen hatte; denn ihr Gedächtniß verweilte noch bei dem ſechsmaligen Aufſcheuern) alles dieß vereinigt, ver⸗ wandelte ſie zu dem lebhafteſten Weſen, und kaum wa⸗ ren fünf Minuten vorüber, als ſie ſich mit dem begehr⸗ ten Waſſer einfand.
„Soll ich die Stiefel putzen.“
„Bei Gelegenheit meine Reitſtiefel; jetzt zieh' ich ein paar andere an.“
„Die Kleider alſo?“
„Auch bei Gelegenheit; die, welche ich geſtern an hatte, werden heute nicht benützt.“
„Nun, das iſt ja recht ſchön; denn da bekomme ich beſſere Zeit, und werde dann Alles zuſammen in Ord⸗ nung bringen.“
„Vortrefflich, Stine; ſobald ich jetzt angezogen bin, geh' ich aus. Dann wirſt Du hier aufreinigen; aber Gott gnade Dir, wenn Du das Geringſte aus der Ord⸗ nung bringſt, in der es jetzt liegt. Dann, verſteh' mich wohl, dann ſind wir geſchieden.“
„Stine, Stine!“ rief es nun von unten und mit einem:„Der Henker hol mich, wenn der Kapitän nicht ſchon auf den Beinen iſt, und ich habe ihm ſeinen Yſop⸗ thee noch nicht gebracht,“ flog die Stuben⸗Stine eilig
ur Thüre hinaus, und alle Treppen hinab, ſo daß der Paltenrock und das gelbe, herabfallende Haar in Ringeln um ſie flog.
Der Saal war geordnet, gelüftet, mit Zweigen be⸗ ſtreut und bequem hergerichtet, wie zu einer Feſtlichkeit — es war der erſte Mai— und martete auf ſein ge⸗ wöhnliches Perſonale. Alfhild, nett und häuslich ange⸗ zogen, ging mit einer kleinen Bürſte umher und befreite


