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um den Helden der Erzählung recht darſtellen zu können, doch der Verſuch, die verſchiedenen Züge in Rudolf Lei⸗ lers Geſicht, den wechſelnden, bald ſanften und weichen, und dann wieder ſo ſcharfen Ausdruck in ſeinen ſchwärz⸗ lich braunen Augen oder das Lächeln ſeiner Lippen wieder zu geben, das ſeine Beſtandtheile von Engel und Teufel entlehnt zu haben ſchien, wäre eben ſo vergeblich, als eine Arbeit aus einer Sprache, die man nicht verſteht, überſetzen oder in einem Briefe leſen zu wollen, der noch nicht erbrochen iſt.
Alles, was daher geſagt werden kann, iſt, daß unſer norwegiſcher Baumeiſter ſeine drei guten Ellen maß, eine breite, gewölbte Bruſt und ein Paar athletiſche Schul⸗ tern hatte, auf denen Laſten von nicht unbedeutendem Umfang getroſt ruhen zu können ſchienen. Das Geſicht war oval und zeigte ein Profil, deſſen edle Form— ſo⸗ fern man ſich auf ein ſolches Gepräge verlaſſen darf,— einen hohen, aufwärts ſtrebenden Geiſt verkündete. Die Wölbung der Stirne, von ein paar gewaltigen Adern durchkreuzt, trat weit hervor, und bildete in dem Augen⸗ winkel eine tiefe Falte, die mit den dunkeln, wohlgezeich⸗ neten Augbraunen zuſammenfloß. Die Farbe des Ge⸗ ſichts war männlich, nicht Schnee und Erdbeeren auf weichen Sammetwangen, ſondern braun, friſch und ein wenig vom Wetter gezeichnet, wie es den wackern Sohnen des Nordens ziemt. Um ſein Haupt ſpielten natürlich gekräuſelte Locken von der glänzenden Farbe des Raben.
So ſtand der Architekt vor ſeinen Wirthsleuten.
War er ſchön, war er häßlich? Alfhild konnte das nicht entſcheiden, ſo genau ſie ihn auch betrachtete; aber als er nun wohl im Saale ſtand, als er mit dem leichten, gewandten Weſen des gebildeten Weltmanns grüßte, und ſich als die größte Gnade erbat, ein würdiges Mitglied ihres häuslichen Lebens ausmachen zu dürfen, da wurde es ſonnenhell in Alfhilds innerer Welt, und gerne ge⸗ ſtand ſie ſich ſelbſt, daß ſie nicht begreifen könne, warum ſie bei dem Adlerblick, der ſie aus dem Auge des Fremd⸗
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