VWVir möoͤchten uns die Feder eines Malers wünſchen,
und vertauſchte eben in aller Schnelligkeit den Schlafrock
gegen ſeinen ſchwarzen Amtsbruder, um hinauszugehen
und den Gaſt freundlich zu empfangen, denn der Graf hatte ihn ſeiner beſondern Aufmerkſamkeit empfohlen.
Als Vater und Tochter— denn Alfhild vertrat die Stelle der Wirthin— zur Haustreppe hinabkamen, hör⸗ ten ſie nichts mehr, und kein Gefäͤhrt ließ ſich ſehen. Sie blickten zur Rechten und Linken, und dann mit einer diſſn Verwunderung auf ſich ſelbſt, aber Alles war
ille.
„Wir müſſen falſch gehört haben,“ ſprach der Probſt, ſah jedoch noch immer auf die Landſtraße hinaus.
„Nein, gewiß nicht, Papa,“ erwiederte Alfhild,„wir haben gewiß recht gehört. Ich hörte ja das Pferd ſchnauben.“
„Närrin, Du wirſt doch einſehen, daß wir uns doch getäuſcht haben müſſen, da ſich kein Reiſender weit und breit zeigt,“ bemerkte der Vater.„Aber laß uns hinein⸗ gehen, und ſage Onkel Sebaſtian nichts davon. Er
würde uns ſchön auslachen.“
Sie traten in den Saal zurück. Der Probſt ſtopfte
eine Pfeife, und nahm ein Zeitungsblatt, Alfhild ihr
Spinnrad; aber der Faden verwirrke ſich, denn die Ge⸗ danken und Finger gingen nicht denſelben Weg. Eine gute Weile, etwa eine halbe Stunde, mochte vorüber ſein, als es wieder zu fahren anfing, und das Schnau⸗ ben eines Pferdes ganz nahe gehört wurde. 4
„Wenn es dießmal wieder Blendwerk iſt, ſo iſt es ein Streich des Teufels,“ ſagte Probſt Frenkmann, in⸗ dem er die Pfeife hinweglegte und aufſtand.
„Nein, Papa, jetzt hielt es am Hofe,“ rief Alfhild
lebhaft;„jetzt iſt es ganz gewiß, daß wir uns nicht
täuſchen.“ 3
Und Alfhild hatte Recht. Als ſie hinaus kamen, ſahen ſie ein eben angefahrenes norwegiſches Fuhrwerk und aus dieſem ſprang der erwartete Architekt.
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