über ſtand das Bett mit ſeinen ſchneeweißen Gardinen. Dieſe beurkundeten deutlich einen neueren Geiſt. Es war Alfhild's freundliche Umſicht, welche die ſchweren Draperien von großroſigem Kattun gegen die leichten Wellen des weißen, im Hauſe gewobenen Mouſſelins ausgetauſcht hatte. Die übrigen Gegenſtände des Zim⸗ mers beſtanden aus einem alten ſchwarzen Schreib⸗ tiſche und einem Feuerſchirme von derſelben Arbeit wie der Seſſel⸗Ueberzug. Auf dem gewaltigen Kamine erhob ſich eine ganze Orangerie von Birken mit fri⸗ ſchen Knoſpen, und über der weißgetünchten Kante
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derſelben hing ein Gemälde, das vielleicht die Krong 1
des Ganzen ausmachte. Es war das Bruſtbild eines jungen Weibes von einer Schönheit, einem Leben und ſprudelnden Feuer, welche das Auge entzückten, aber das Herz kalt machten. In den ſchwarzen blitzenden Augen lag etwas Unerklärliches und das Kräuſeln der Lippen war der ſtolze Wurf der Woge, wenn ſie wie eine Wolke über die tief unter ihr verſchwindenden kleineren Wellen hingleitet.
„Nun, mein vortrefflicher Onkel Sebaſtian! iſt das nicht ein ſchöner, ein herrlicher Fund“— Alfhild klatſchte in die kleinen Hände.—„Kannſt Du Dir etwas Hübſcheres und Angenehmeres denken, als dieſes Zimmer? Es iſt etwas ſo Großartiges, etwas ich weiß nicht recht wie ich es nennen ſoll, was mich hier gefeſſelt hält. Aber Du darſſt glauben, ich habe auch tüchtig gewirthſchaſtet, und mehrere Wochen lang eine gräßliche Arbeit gehabt, um die ganze Menge von Spinnweben, Staub und Schim⸗ mel wegzubringen. Ja, ich habe hier wenigſtens ſechsmal ſcheuern laſſen, und mit eigener Hand und Deinen fein⸗ ſten Pinſeln— davon wußteſt Du freilich nichts, Papat Sebaſtian,— habe ich die Tapeten geputzt; aber n in ſtrahlen ſie auch wieder ſo hell wie in den früheren Tagen.
Ja, ja, glaube mir, zu ſo etwas braucht es alle mög⸗
liche Achtſamkeit. Ich hatte auch ganz lauen Seife ſchaum, gerade wie ich an Weihnachten nehme, w ich unſere große Silberwäſche halte. Und dann die Se
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