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Wenn Du wüßteſt, wie ich die durchgeklopft habe. Ja
ſo ſehr, daß ich am Ende glaubte, Herr Amor und ſeine ganze Geſellſchaft würden bei dieſer Gelegenheit zu Grunde gehen. Aber weit entfernt; ſie ſind, Gott ſei Dank! nicht im mindeſten verzärtelt, ſondern wahrſcheinlich an Züchtigungen gewöhnt; denn ſie erſtanden wieder in ganz verjüngter Geſtalt, und blicken mich jetzt ſo ſchelmiſch und neckiſch für meine Mühe an. Aber Du hörſt mich ja gar nicht; Du ſtehſt ja da, wie aus den Wolken ge⸗ fallen! Onkelchen, habe ich denn etwas Schlimmes, etwas Unrechtes gethan, weil ich das treffliche Zimmer hier für unſern Gaſt einrichtete? Doch ich habe Dir noch nicht geſagt, warum ich es gethan habe. Nun ſiehſt Du, komm mit mir da hinauf auf den Fenſterſchemel. Folge jetzt meiner Hand! Dort ſteht die alte, auf die Seite haͤngende Kirche, die ihr Abendgebet zu flüſtern ſcheint, und hier iſt der freie, offene Platz, wo das neue Heiligthum in ſchöner Morgenröthe erſtehen ſoll. Denke Dir nun weiter, wie der Baumeiſter hier ſitzen und, den Arm auf das Fenſtergeſimſe geſtützt, jeden Morgen und jeden Abend auf ſeine Arbeit ſchauen wird. Die beiden Gegenſätze, meine ich, ſollen ihn inſpiriren; oder was ſagſt Du, Onkel? Brauchen die Architekten nicht auch Inſpirationen?“
„Gott helfe uns!“ ſeufzte der Kapitän, und holte aus der in dieſem Augenblick beſonders beklemmten Bruſt tief Athem.—„Gott helfe uns, Inſpirationen! Ich ſage Dir, Inſpirationen taugen nichts! Nein, das iſt Teufels⸗ zeugs und wird mehr Uebels anrichten, als alles andere Unkraut zuſammen. Ich möchte Dich doch fragen, was es anders iſt, als eben eine ſolche verwünſchte Inſpiration, was Dich zu dem närriſchen Plane veranlaßt hat, ein Zimmer in Ordnung zu bringen, das über fünfzig Jahre verſchloſſen war.“
„Nun, aber was liegt denn da Schlimmes darin, mein lieber Onkel? Es war ja im Gegentheile gut und
Die Kircheinweihung von Hammarby. I. 3


