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ein Friedensgruß aus der Vergangenheit für die Zukunft. Schöne und kraftvolle Worte, Geiſt und Wahrheit. Froh und feurig lag jede Seele auf den Lippen, als ſie dabei den Saft der Traube einſchlürften; ein Jeder hob ſchon ein Ende von dem Schleier der Zukunſt und ſchaute durch das reiche Glas der Einbildungskraft jenen Tag, wo ſie Alle ſich hier wieder zur Einweihung des neuen Tempelbaues verſammeln würden. Die Hoffnung ließ Blätter aus ihrer grünenden Krone ausſchlagen; aber der Kranz ſchimmerte noch in winterlichem Nebel.
Als wieder ein gewiſſes Gleichgewicht in die Ge⸗ müther gekommen war, entſtand die Frage, woher man den Baumeiſter verſchreiben ſollte. Der Probſt hatte ſchon einen Riß von einem der geſchickteſten Architekten Stockholms in den Händen; aber der Graf meinte, ein ſolcher würde zu viel koſten, und man könne ſehr leicht. eine zuverläſſige Perſon auffinden, ohne ſie gerade aus der Hauptſtadt kommen zu laſſen.
Bei dieſer Bemerkung verfinſterte ſich die ſchon vorher düſtere Stirne des Probſtes, und wie ein will⸗ kommener Sonnenſchimmer an einem trüben und reg⸗ neriſchen Tage unterbrach ihn der Biſchof mit den Wor⸗ ten:„Ein junger Norweger, ein geſchickter Architekt, mit ehrenvollen Zeugniſſen und einem Aeußern, das ihn als Mann von Welt und Bildung bezeichnet, iſt mir dieſer Tage empfohlen worden. Er reist auf ſei⸗ ner Kunſt; wie ich jedoch Veranlaſſung habe zu glau⸗ ben, auch zu ſeinem Vergnügen, und will ſich ein Paar Jahre in Schweden aufhalten.“
Der Vorſchlag ſchien lebhaften Beifall zu gewin⸗ nen, wahrſcheinlich am meiſten deßhalb, weil er von dem Biſchof vorgebracht wurde; denn was die Koſten betraf, ſo gab er dem Grafen wenig Hoffnung, daß er weniger koſtſpielig ſein werde, als der des Probſtes. Aber davon war jetzt nicht die Rede; einen Architekt mußte man haben, und nur Onkel Sebaſtian murmelte leiſe:„Ein Norweger— und der Pokal Ctan here⸗ heute zerbrochen werden; das endet nicht gut!“ 20


