Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1844)
Entstehung
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darauf und ſpielten mit dem bläulichen Bande, welches das Gitterwerk um den Balkon ſchlang; in weiterer Entfernung ſchimmerten die Umriſſe von den Ruinen des alten Schloſſes. Sie waren nicht reſtaurirt, denn trotz ſeiner Leidenſchaft für Alterthümer ging Graf H— doch nicht ſo weit, um ſie zu parodiren. Aber wir kommen zu weit von unſerem Gegenſtande ab. Schön und friedlich war der Tag, ſchön und fried⸗ lich das Gemälde, welches Licht und Schatten über die Gegend ausbreitete, und ſchön und friedlich ſchien auch der Zug, der dem Pfarrhofe nahte. Das goldene Kreuz auf der Bruſt des Biſchofs ſchimmerte herrlich in der Gluth der Mittagsſonne, und Alfhild's Blicke waren an das heilige Sinnbild wie angewachſen. Das junge Mädchen verlor das Gedächtniß für alles Andere, als den hohen edlen Gaſt; ſie ſah nicht, daß der Graf zu ſeiner Rechten, daß ihr Vater zu ſeiner Linken ging; noch weniger hörte ſie ein Wort von der Vor⸗ ſtellung; und erſt als der Biſchof mit einem ſanften Kuß auf ihre Stirne die junge Wirthin des Hauſes begrüßte, flüſterte Alfhild tief erröthend ihr Will⸗

kommen.

Schon hatten Paſtetchen und Schinken ihre Runde um den reich beſetzten Tiſch gemacht, die Gläſer waren gefüllt, und die zierliche Rede des Probſtes über die Ehre, die ſeinem geringen Hauſe widerfahre, zur Hälfte beendigt, als ſein Blick unglücklicherweiſe auf die Hand des Biſchofs fiel, die das ſimple Weinglas um⸗ ſchloß. Beinahe hätte unſer Doktor der Theologie die Be⸗ ſinnung verloren, und ein Blick, der jeden Blutstropfen aus Alfhild's Wangen jagte, verkündete ihr, daß die ge⸗ fürchtete Entdeckung gemacht und der Pokal vermißt n

Inzwiſchen wurde der Toaſt mit gehöriger Ceremonie

getrunken, nächſtdem für das Haupt der Kirche kam der für die außerordentliche Feier des Tags, der in den Wor⸗ ten:„Glück zu dem wichtigen Vorhaben!“ ausgeſprochen wurde. Da erhob ſich der Biſchof und ſprach; jeder Laut wurde von den Zuhörern verſchlungen. Es war

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