—
ꝗn
19⁹
—9 8
ßy—— 90.
11
in die Küche; und die Maſſe der häuslichen Geſchäfte, die heute auf ihr ruhten, gaben der Zeit ſolche Schwin⸗ gen, daß ſie kaum erſt vor dem kleinen Spiegel in der Kammer die letzten Wickeln aus dem Haare genommen hatte, als die Hausmagd, der allgemein der Name „Stuben⸗Stine“ beigelegt wurde, die Thüre etwas öffnete und meldete, daß alle Kirchenleute im Anzuge ſeien. Alfhilds einfache Toilette wurde in größter Haſt beendigt, und in einigen Minuten ſtand ſie mit hoch⸗ klopfendem Herzen in der Vorhalle, um die hohen Gäſte zu bewillkommnen.
Der Pfarrhof Hammarby hat vielleicht eine der ſchönſten Lagen, die man ſehen kann. Auf einer Seite an einen nicht unbedeutenden Binnenſee, auf der an⸗ dern an eine waldige Hügelreihe gelehnt, bietet er Anſichten dar, die, wenn auch nur vom Glanze der Winterſonne beleuchtet, eine Ahnung von den herrlich⸗ ſten Gebilden der Natur und Poeſie hervorrufen können. Auf der einen Seite des See's, am Abhange der Land⸗ ſpitze ſtand der heute verlaſſene, finſtere und auf die Seite geneigte Tempel, und wunderſam lang und düſter ſtreckten ſich die Rieſenſchatten des gothiſchen Baues gegen den Waldrand hin. Ueber dem einſamen Thurme ſchwebten einige aufgeſchreckte Dohlen, die ihre Woh⸗ nung in dem geborſtenen Gemäuer gebaut hatten, jetzt aber, in ihrer Heimath und Ruhe geſtört, unter einer kreiſchenden Abſchiedshymne fortzogen, um einiges Korn auf den Ahend zu ſammeln, wo ſie ihre Wohnung wie⸗ der ungeſeet einnehmen konnten. Auch die Menſchen verließen den geliebten Tempel; aber ſie hatten das Korn für den Winter in demſelben geſammelt, und vielleicht gab es Manchen unter ihnen, der mit mit⸗ leidigem Auge dem Fluge der Dohlen folgte, und mit ſtiller Luſt an die ungleiche Theilung dachte.⸗
Auf der andern Seite des See’s zeigten ſich in einiger Entfernung die ſtolzen weißen Mauern des gräf⸗
lichen Schloſſes. Die Strahlen der Sonne ſielen gerade
*


