Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1844)
Entstehung
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wollendes Weſen heilte er oft das Wehe, welches der herbe Ernſt des Vaters ihrem weichen Gemüthe anthat.

Zärtlich und dankbar ſchloß ſich auch Alfhild an den

Greis an, der ſeit ihrer Kindheit, ſo oft ſie es bedurfte, ihr Vermittler geweſen war. Du, Kind, ich hörte da ein Geraſſel, mit dieſen

1 Worten trat Onkel Sebaſtian über die Schwelle und

ſchloß langſam die Thüre.Was war es denn, das ſo klirrte? Alfhild antwortete nicht; aber ihre ausgeſtreckte Hand deutete auf die Stücke des zerbrochenen Pokals. Gott gnade uns, Gott gnade Dir! murmelte

Onkel Sebaſtian, als ſein Blick an der Zerſtörung haf⸗ tete.Ein ſauberes Hochzeitgeſchenk! Bis in's dritte

und vierte Glied tragen die verwünſchten Unglücks⸗ pokale noch ihre Früchte. Kind, Kind! was hatte Deine Hand mit dem Ding da zu thun? Welch' ein unſeliger Einfall kam über Dich, daß Du die alte Beſtie, die nun bereits wenigſtens ſiebenzehn Jahre lang beſtäubt und vergeſſen dageſtanden iſt, herunternehmen mußteſt? Der Papa, erwiederte Alfhild mit zitternder Stimme,befahl mir, ihn zu putzen und zur Erhöhung der Feierlichkeit an den Platz des Biſchofs zu ſtellen. Hm! wenn es nur für den Grafen geweſen wäre; darin hätte ſich wenigſtens einiger Zuſammenhang fin⸗ den laſſen, murmelte Sebaſtian gedankenvoll, und ſein nach Innen gewendeter Blick ſchien eine längſt vergan⸗ gene Zeit zu durchfliegen. 4 Warum gerade für den Grafen? fragte Alfhild, bei welcher nicht einmal die Bitterkeit des Moments die weibliche Erbſünde verſtummen machen konnte. , Hm! wegen der Wiedervergeltung; doch ſie wird wohl noch einmal kommen, ſprach Sebaſtian beinahe tonlos, und ohne zu wiſſen, daß ſich ſeine Gedanken in Worte kleideten, bis ſein Blick auf Alfhilds Züge ſiel, 8 in welchen ſich die höchſte Verwunderung ſpie Ich ſchwatze da eitel Dummheiten, ſagte er⸗ hebe die Stücke auf, Kind, und füge Dich

ge fiel.