im Vorbeigehen von dem Klange angelockt worden und ſteckte jetzt den Kopf durch die Thüre.
Der Mann, den wir unſern Leſern vorſtellen wol⸗ len, war ungefähr achtundſechzig Jahre alt, und mit einem für ſein Alter ungewöhnlich lebhaft bewegten Geſichte und einem Körperbaue begabt, welcher noch jetzt zeigte, daß er ehedem als Modell für einen Herkules gegolten haben mußte.
Zwar hing der altmodiſche Uniformsrock in man⸗ chen Falten um ihn, und der Winter hatte ſeinen Schnee ſowohl in die buſchigten Braunen über ein Paar grauen, tief liegenden Augen, als in die unter dem Käppchen hervorſehenden Franzen geworfen; aber deſſen ungeachtet war noch ſein ganzes Weſen von einer Kraft, einer Ener⸗ gie und Ruhe durchdrungen, welche bewies, daß er man⸗ chen Kampf mit dem Leben gekämpft und ſein goldenes Würfelſpiel noch nicht allen Reiz für ihn verloren hatte.
Kapitän Sebaſtian Oernroos oder Onkel Sebaſtian, wie er gemeiniglich in der Umgegend genannt wurde, war ein jüngerer Bruder von Alfhilds Großmutter und der Sohn des verſtorbenen Pfarrers Lars Oernroos von Hammarby. Was die früheren Jugendbegebniſſe und vielſeitigen Schickſale des Kapitäns betrifft, ſo wollen wir nur anführen, daß, nachdem er ſeinem zweiten Weibe die Augen zugedrückt und ſeine letzte Hoffnung, einen zehnjährigen Sohn, beerdigt hatte, er ſeiner eige⸗ nen Heimath vollkommen müde wurde und nach Ham⸗ marby zog, das damals von ſeinem ältern Bruder be⸗ wohnt wurde, nachher aber dem Probſte Frenkmann zufiel; wahrſcheinlich deßhalb, weil dieſer die Nichte des verſtorbenen Pfarrers, Alfhilds Mutter, heirathete, die mit dem alten Sebaſtian das ſehr bedeutende Ver⸗ mögen ihres kinderloſen Onkels theilte. Kapitän Oern⸗ voos hatte alſo manches Decennium in Hammarby'’s alten Mauern verlebt, und war in Folge deſſen Zeuge von der ältern ſowohl, als neuern Geſchichte des Hau⸗ ſes geweſen.
Alfhild war ſein Augapfel und durch ſein ſtets wohl⸗


