Teil eines Werkes 
2. Bd. (1855)
Entstehung
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Madrid. 13

hatten allerdings ein tüchtiger Preis, obgleich für Madrid nicht zu hoch. Auch hatten wir wenig Urſache mit der Fonda de Peninſulares unzufrieden zu ſein, und wenn es nicht ſo unbe⸗ ſchreiblich kalt geweſen wäre, hätten wir in unſerem Saal ein be⸗ hagliches Leben geführt. So aber mochten wir, zum großen Leid⸗ weſen des Wirths, noch ſo viel Holz in den kleinen Kamin ſtecken, welches unſer Baumeiſter Leins kunſtvoll anzufachen wußte, das Zimmer blieb kalt und deßhalb unheimlich, und wenn auch unſere Fußſohlen faſt verbrannten, ſo war doch der Rücken nur dadurch vor Rheumatismus zu ſchützen, daß wir Paletots und Mäntel anzogen. Um am Tiſche, der in der Mitte ſtand, zu ſchreiben oder zu zeichnen, mußten wir Pelzſtiefel und Fußſäcke gebrauchen und dicke Handſchuhe anziehen.

Die Stadt Madrid liegt lang und breit ausgeſtreckt auf einer Hochebene, mit vielen kleinen Hügeln, weßhalb es auch we⸗ nige Straßen gibt, in denen man nicht jeden Augenblick bergauf und bergab ſteigen muß. Die Spanier ſuchen eine Vergleichung mit Rom und Konſtantinopel, und ſprechen auch hier von ſieben Hügeln; doch ſind es, wie geſagt, deren viel mehr. Gegen Weſten iſt die Hochebene von einer tiefen Böſchung umgränzt, an deren Abhang ſich Spaziergänge und Gartenanlagen hinunter bis an den Manzanares ziehen, der hier gewiſſermaßen die Gränze des ſtädtiſchen Gebiets bildet, und, wie ein dünner heller Faden die Landſchaft durchſchneidend, längs der Stadt nur durch die ſeinen Lauf begleitenden Trockenplätze der zahlreichen Waſchanſtalten mit dem Auge verfolgt werden kann. Bis an ſeine Ufer ziehen ſich doppelte Reihen alter Ulmen, und an ſeinem Flußbett auf⸗ und abwärts ſieht man auch eine Spur von Vegetation. Jenſeits der prächtigen Brücke von Toledo, eigentlich die größte Ironie auf den kleinen Manzanares, iſt aber das Terrain wieder eben ſo kahl, eben ſo öde wie auf der Seite, von welcher wir die Stadt erreicht hatten. Hoch an dem eben genannten Abhange ſteht das königliche Schloß, und von ſeinen Terraſſen blickt man auf den Manzanares, die Brücke von Toledo, über dieſe hinaus auf die kahle Ebene, und