Teil eines Werkes 
2. Bd. (1855)
Entstehung
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12 Zwölftes Kapitel.

Morgentoilette, und die Freude des Wiederſehens war groß, denn ihm, ſo wie Herrn Heeren war doch zuweilen Beſorgniß auf⸗ geſtiegen, ob es uns auch gelingen würde unſere Tour durch die Mancha glücklich zu beenden. Der Eilwagen war übrigens nur einen Tag vor uns eingetroffen.

Wie ſo manches in Spanien laſſen auch die Fremdenhötels noch viel zu wünſchen übrig; die meiſten ſind erſt in den letzten zehn Jahren entſtanden und haben deßhalb noch viel proviſori⸗ ſches an ſich. Spanien iſt noch nicht ſo wie andere Länder mit Reiſenden überfüllt, daher auch das Unterkommen mangelhaft. Es iſt noch nicht gar lange her, daß der Betrieb einer Gaſtwirth⸗ ſchaft hier für ein niederes, faſt verachtetes Gewerb angeſehen wurde, und noch heute befaſſen ſich wenige Spanier damit. Faſt alle Wirthe ſind Italiener, namentlich Lombarden; auch benützt der Spanier noch zu unſern Zeiten ſelten einen Gaſthof zum län⸗ gern Aufenthalt, ſondern nur als Abſteigequartier für eine Nacht, um den andern Tag Quartier in einem Privathauſe, was in Madrid ſehr leicht zu erhalten iſt, oder Unterkommen in einer ſogenannten Penſion, in einer Caſa de Huespedes, zu finden. Wir hätten es gern eben ſo gemacht, doch da wir zu drei waren, fanden wir keine paſſende Wohnung, und was wir in verſchiedenen Häu⸗ ſern anſahen, war nach Einrichtung und Preis nicht vortheil⸗ hafter als was man uns im Gaſthofe bot. Hier erhielten wir einen ungeheuren Salon mit Fenſtern, die bis auf den Boden herabgingen, und leider nicht feſt zu verſchließen waren; unter dem Fußteppich befanden ſich Steinplatten; die Möbel waren alt, von verſchiedenſter Fagon, und bloß ſämmtliche Stühle glichen einander, aber nur darin, daß ſie alle wackelig waren; ein überaus kleiner tragbarer franzöſiſcher Kamin nahm ſich in dem ungeheuren Raum wie eine ſchlechte Anſpielung aus. Unſere Betten ſtanden in drei Nebenkabinetten, und waren recht ordentlich. Wie man es in Spanien gewöhnlich zu thun pflegt, hatten wir uns einen Preis machen laſſen für Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Frühſtück und Diner, wofür wir die Perſon zwei Duros täglich zu bezahlen