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Zwölftes Kapitel.
fällt und ſo die Verſtümmelung verbirgt, welche der große Natio⸗ nalſchriftſteller und tapfere Soldat in der Schlacht von Lepanto erhalten. Am Piedeſtal ſind einige Scenen aus dem Don Qui⸗ rote in Bronze⸗Reliefen angebracht. So gut die Wirkung dieſes Monuments an ſich iſt, ſo dürfte doch die ganze Maſſe deſſelben bedeutender ſein, denn zu unſerer Rechten erhebt ſich in allzuge⸗ ringer Entfernung die ſchöne Facade des Palaſtes der Cortes, in deren Mitte eine majeſtätiſche Colonnade von granitnen korin⸗ thiſchen Säulen und einem edel componirten Giebelfeld aus wei⸗ ßem Marmor herriſch über den Platz hereinragt; gewaltige Löwen von Bronze auf den Flügelmauern der breiten Marmortreppe als Anſpielung auf das ſpaniſche Wappen bewachen den Eingang, und die ganze ſchön gegliederte Gebäudegruppe erweckt eine ſehr günſtige Meinung für die gediegene Richtung der modernen ſpani⸗ ſchen Architektur.
Was wir ſeit unſerem Eintritt in die Stadt ſahen, hat einen großen Eindruck auf uns hervorgebracht und Madrid iſt in unſe⸗ rer Achtung bedeutend geſtiegen; freilich rollen wir jetzt durch eine engere Straße, die Carrera San Geronimo, abwärts bei unbe⸗ deutenden, gänzlich uniformen Häuſern vorbei, deren Läden und Magazine mit wenig Ausnahmen durchaus keinen großſtädtiſchen Charakter haben. Jetzt hält der Omnibus auf einem kleinen Platze vor einer ziemlich geſchmackloſen und unbedeutenden Kir⸗ chenfronte, einem Platze ſo klein, daß er eher ein Carrefour ge⸗ nannt werden dürfte, da er kaum Raum bietet für die Maſſen der Wagen und Fußgänger von ſechs Hauptſtraßen der Stadt, die ſich hier kreuzen und münden. Wir ſteigen aus und ſchauen uns einigermaßen verwundert an, als uns der Omnibusführer an⸗ kündigt, daß wir die Puerta del Sol erreicht. Von dieſem Brennpunkt des Madrider Lebens hatten wir uns doch ein ande⸗ res Bild gemacht. Das Gewühl der Wagen und Fußgänger war allerdings bedeutend genug, der Platz ſelbſt aber faſt rings umgeben von unbedeutenden Häuſern, in denen ſich wahre Kram⸗
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