348 Elftes Kapitel.
geſpürt; als ich aber abſtieg, fühlte ich wohl, daß ich des Reitens, namentlich auf ſchlechten Thieren und Sätteln, nicht mehr ge⸗ wöhnt ſeit; denn ich war ſo ſteif geworden, daß es mir Mühe machte, die drei, vier Stufen zum Hauſe hinauf zu ſteigen. Glück⸗ licherweiſe fanden wir hier ein wenn einfaches, doch behagliches Zimmer, einen mächtigen Braſſero, ja, ſogar die Idee eines So⸗ phas und eine freundliche Wirthin, die ſogleich für unſer Nachteſſen Sorge trug.
Das Haus Don Manuel's war, was der Spanier eine Caſa de Huespedes nennt, und wurde hauptſächlich von Eiſenbahn⸗In⸗ genieuren beſucht. Ein paar, die auf der hieſigen Station be⸗ ſchäftigt waren, wohnten mit ihren Frauen dort. Alle waren hübſche, umgängliche Leute, und wir plauderten zuſammen ſo gut wie möglich, boten einander Cigarren an und folgten ſpäter ihrer Einladung nach dem Vorplatz oder der Küche des Hauſes, wo ein großes Herdfeuer brannte, um welches wir uns im Kreiſe herum ſetzten. Don Manuel gab mir mit vieler Gra⸗ vität ſeinen, den Ehrenplatz in der Ecke und mein Weigern half nichts, ich mußte ihn annehmen. Er ſchien wohlhabend zu ſein, wenigſtens wies das ganze Hausweſen darauf hin; unſere Wir⸗ thin, Donna Ines, war faſt ſtädtiſch gekleidet, ebenſo die Frauen der Eiſenbahnbeamten. Dabei hatten alle drei hohe, ſtattliche Figuren mit ausdrucksvollen Köpfen, aus denen Augen und Zähne prächtig hervorglänzten.
Im Laufe des Abends kamen noch einige Ingenieure von einem Ritt über Feld zurück, mit hohen Reitſtiefeln, den Gürtel um den Leib, in welchem Meſſer und Piſtolen ſtaken. Es kann hier nicht ſchaden, meinte Einer, daß man zeigt, wie man für alle Fälle gerüſtet iſt.
So ſaßen wir um den Herd bei einander, die Beleuchtung kam von dem hoch aufpraſſelnden Feuer her; an der Decke hingen Schinken und Würſte, was namentlich mit dem Anzug der hüb⸗ ſchen Weiber, welche die Spitzenmantille um den Kopf trugen,
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