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Ein Uitt durch die Mancha. 347
wußten, daß wir vor Nacht— es ſchien in einer Stunde erreich⸗ bar zu ſein— wenigſtens noch vier Stunden reiten mußten. Und ſo war es auch. Bis zur Verzweiflung dehnte ſich der Weg; ich war etwas ermüdet— unausſtehlich wie Horſchelt ſagte, und fing zum Ergötzen des langen Malers mit unſerem Zigeuner bei einbrechender Nacht einen kleinen Wortwechſel an. Dieſer hatte mir nämlich vor einer Stunde geſagt, nach Ablauf derſelben wür⸗ den wir Campo Critana erreicht haben, und wir waren zu dem angegebenen Zeitpunkte ſcheinbar noch eben ſo weit entfernt wie vor demſelben.
Glücklicher Weiſe wurde die Gegend etwas belebter und intereſſanter. Statt des dürren, gelblichen Bodens ritten wir auf einem Wieſenpfade, hatten auch die Eiſenbahnlinie endlich ver⸗ laſſen, kleine Hügel boten einige Abwechslung, und wir ſahen wieder einmal Baumgruppen, freilich nur ſchwächliche Oliven, aber es war doch etwas Neues. Auch Menſchen zogen mit uns, zahlreiche Arbeiter der Eiſenbahn, die ihr Tagewerk vollendet hatten und nach Hauſe zurückkehrten. Bald vernahmen wir auch den Klang einer Glocke; wir verließen die Feldwege und gelangten auf die Fahrſtraße, welche nach Campo Critana führte. Da nun hier unſere Maulthiere augenblicklich in die mit Schlamm ange⸗ füllten Löcher der Straße verſanken, ſo waren wir ſicher, in der nächſten Nähe des Ortes zu ſein.
Dieſer war nun eben ſo ärmlich und miſerabel wie Villar⸗ robledo. Trotzdem es ein kleines Neſt ſchien, mußten wir doch eine lange Zeit durch die Straßen ziehen, ehe wir an das Privat⸗ haus kamen, das uns der Ingenieur empfohlen. An unſeren geſtrigen Ball denkend, wären wir gerade nicht betrübt geweſen, wenn man uns wieder in eine Poſada gewieſen hätte. Doch empfing unſer heutiger Wirth Don Manuel uns mit dem Anſtand eines echten Hidalgo, freundlich, herablaſſend, aber gemeſſen, am Thore ſeines Hofraumes. So lange wir im Sattel ſaßen hatten wir weniger vom langen, ſcharfen Ritt und von der Müdigkeit


