Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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Ein Ritt durch die Mancha. 345

auch hier gegenſeitig vor der Venta und fanden es von vortreff⸗ licher Wirkung.

Nach einer halbſtündigen Raſt kletterten wir auf unſere Maulthiere und ritten abermals die Eiſenbahn entlang. Glück⸗ licher Weiſe hatten wir eine Stunde ſpäter in unſerem einförmigen Wege eine Abwechslung dadurch, daß wir auf einmal durch ein anſehnliches Flüßchen aufgehalten wurden. Es durchſchnitt recht⸗ winkelig die Eiſenbahn⸗Linie, und von der Ueberbrückung an dieſem Punkte ſtanden erſt einige Pfeiler, über welche ein paar Balken zur nothdürftigen Communication für die Arbeiter gelegt waren. Da hielten wir und rathſchlagten, was zu thun ſei; unſer Zigeuner kannte dieſe Gegend nicht genugſam, um eine Fährte durch das Waſſer zu wiſſen. Wir mußten alſo auf gut Glück eine ſuchen. Das Flußbett war ziemlich tief, das Ufer mit Geſträuch ſo wie hohem und dichtem Sumpfgraſe bewachſen, welches rechts und links eine breite Strecke ausfüllte. Der Boden war ſchlammig, und es ſchien nicht rathſam, ſich in den Fluß zu wagen. Wir ritten eine Viertelſtunde aufwärts einem kleinen Hügel zu, hinter welchem eine unſcheinbare Hütte zum Vorſchein kam; ſie lag zwiſchen dem Gebüſche faſt verſteckt, doch ſahen wir, daß ſie bewohnt war, denn aus einem Loche im Dach ſtieg ein leichter Rauch kräuſelnd in die

Höhe. Der Zigeuner, der uns immer voraus durch das Gebüſch

ſtöberte, rief uns, zu ihm zu kommen, hier ſei ein Uebergang mög⸗ lich. Wir bemerkten auch bald mehrere kleine Fußpfade, die von der Ebene herkamen und ſich drunten am Waſſer vereinigten.

Da mein Maulthier das ſtärkſte war, ſo ſprang unſer Führer hinter mich auf die Kruppe, und nun trieb ich das Thier dem Ufer zu. Bis in den Fluß ſelbſt zu kommen, war die ſchwierigſte Ar⸗ beit, denn es ſank faſt bis an die Kniee in den Schlamm; endlich aber ging es tiefer hinunter, wir müͤßten unſere Füße in die Höhe ziehen, denn die ziemlich reißende Flut ſpülte unter dem Leibe mei⸗ nes Thieres. Horſchelt folgte dicht hinter mir. Die Fährte war ſicher, und der Fluß hätte uns nicht gehindert, ohne Beſchwerden

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