Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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344 Elftes Kapitel.

dieſer Ebene, um zu wiſſen, daß dorthin noch ſehr weit ſei. Das Haus erſchien als kleiner grauer Punkt in troſtloſer Einſamkeit auf der unendlichen Fläche Muth gefaßt zuletzt werden wir doch noch hin kommen. Wir ritten und ritten eine Stunde um die andere und kamen kaum merklich näher; es ging uns wie geſtern auf dem Wege nach Villarrobledo, und als wir die Venta ſchon faſt dicht vor uns ſahen und vier troſtloſe Pappeln unterſcheiden konnten, welche ſie umſtanden, da brauchte es doch noch eine halbe Stunde ſcharfen Trabens, ja eines verzweifelten Galopps, um endlich vor die Thür der Schenke zu gelangen.

Hier aber war Alles öde und leer. Wir ſtiegen ab, pochten heftig an die Thüre, ohne daß man uns öffnete; bald kam auch der Zigeuner hinter uns drein gelaufen, und da er die Oertlichkeiten dieſes Gebäudes zu kennen ſchien, ſo ging er an die hintere Seite, kletterte durch ein Fenſter in das alte, baufällige Haus, kam aber bald mit der Nachricht zurück, die Venta ſei gänzlich verlaſſen. Da war nichts zu machen; außer dem Feuer, auf welches wir ge⸗ hofft, ſuchten wir übrigens nichts in der Schenke, weßhalb wir auch leicht getröſtet waren, uns vor demſelben einen Platz wählten, wo wir vor dem Winde geſchützt waren, und den Zwerchſack unſeres guten Wirthes vom Maulthiere herabnahmen. Wir hatten lange kein ſo herrliches Frühſtück mehr gehabt. Ein hartes Brod, eine ſaftige Zwiebel, dazu dicker, rother Wein, der ſtark nach dem Schlauche ſchmeckte, und als Gewürz zu allem dem ein ſechsſtün⸗ diger Ritt in den Gliedern es ſchmeckte uns wunderbar, und wir verzehrten unſeren Proviant bis auf die letzte Brodkrume. Ermüdet war ich übrigens auch ein wenig, und um die ſteif ge⸗

wordenen Glieder etwas gelenkig zu machen, ſtreckte ich mich am Boden aus, wälzte mich hin und her, was ich auch Horſchelt und dem Zigeuner anrieth. Ich hatte das früher in Syrien öfters nach langen Ritten von den Arabern geſehen, die ſich dann zuletzt von zwei Kameraden an den Schultern und Füßen packen und ziehen und dehnen laſſen, ſo lange wie möglich. Daſſelbe verſuchten wir