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Ein Uitt durch die Mancha. 329
größten Eifer. Was uns einigermaßen im Eſſen genirte, war die Anweſenheit des ganzen weiblichen Hausperſonals während deſſelben in unſerem Zimmer. Die Wirthin ſelbſt hatte die Schüſſel gebracht, ihr folgte das junge Mädchen vom Herd— in der That, es war jung und ſchön— dann kam eine ältere Schweſter, ferner ein anderes Frauenzimmer, nicht minder die Küchenmagd, und ſchließlich eine ſtämmig, nicht üble Weibsperſon mit hellblonden Haaren und einigem Stallgeruch. Sämmtliche Ebengenannte ſtellten ſich im Halbkreiſe um unſeren Tiſch herum und ſchauten buchſtäblich jedem Biſſen zu, den wir in den Mund ſteckten. Zuerſt genirte uns dieſe Geſchichte, dann fanden wir ſie recht komiſch, was ſie auch in der That war. Obgleich wir zum Oeftern für die Aufmerkſamkeit und Ehre dankten, ſo blieben doch Alle hartnäckig an ihrem Platze. Ja, als wir darauf in einem fort allerlei Gegenſtände verlangten, als: noch mehr Brod oder Salz, Pfeffer, Wein, ſo ſprang eine fort, das Geforderte zu holen, kehrte aber ſo eilfertig an ihren Platz zurück, als fürchte ſie, etwas höchſt Intereſſantes zu verlieren.— Und nicht nur in Villar⸗ robledo fanden wir dieſe ſeltſame Sitte, auf allen anderen Touren im Inneren Spaniens iſt uns das Gleiche begegnet; es iſt eine Ehre, welche man den Reiſenden damit zu erweiſen glaubt.
Das Geflügel in unſerem Reis war ein halber wälſcher Hahn, den wir glücklich beſeitigten, um uns dann an die andere Hälfte zu machen, die gebraten aufgetragen wurde. Dann folgte noch eine uns unbekannte, faſt widerlich ſüße Speiſe, ſowie har⸗ ter ſaurer Käſe, den wir übrigens auch nicht ungeſtraft entließen, geröſtete Mandeln und Chocolade. Dazu tranken wir einen ſehr guten ſchwarzen Landwein, hatten vortreffliches Brod, kurz, ein Souper, bei dem es ſich ſchon aushalten ließ. 1
So groß unſere Ermüdung auch war, ſo mochten wir doch nicht ſogleich unſer zweifelhaftes Bett aufſuchen, ſondern begaben uns in das Vorhaus, wo die Gruppe um den Herd noch immer


