Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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Ein Ritt durch die Mancha. 325

wiederhallten, nahm uns ungaſtlich und wie befremdet in ſich auf. So gut wir konnten, tröſteten wir uns mit dem Andenken an La Roda, deſſen Häuſer von außen auch ſehr wenig verſprachen und welches uns doch ſo freundlich beherbergt hatte. Wo aber war hier der Mann zu finden, an den wir empfohlen waren— der

Schneider Don Alonſo? Ein paar Mal ſahen wir wohl in der

Entfernung irgend eine ſchattenhafte Geſtalt, in einen dunkeln Mantel gewickelt, doch huſchte das jedesmal bei unſerem Anrufen wie ein ſcheues Geſpenſt um eine Ecke. Endlich gelang es dem Maler, einen ſolchen Einwohner von Villarrobledo einzufangen, der uns denn auch in kurzer Zeit vor das Haus des Schneiders brachte.

Hier ſah es ſchon beſſer aus; auf unſer Pochen öffnete ſich das Thor, wir traten in einen ziemlich ordentlichen Hof, und der Hausherr kam uns gleich in Hut und Mantel entgegen. Ich reichte ihm die Viſitenkarte, ſowie das Empfehlungsſchreiben unſe⸗ res Wirthes in La Roda; doch als er Beides geleſen, zuckte er die Achſeln und bedauerte, uns nicht bei ſich aufnehmen zu können, da ſeine Frau bedeutend erkrankt ſei und ſich alſo Niemand unſerer Bewirthung annehmen könne. Doch ſetzte er augenblicklich hinzu, als er unſere ſehr verlängerten Geſichter bemerkte, er werde uns alsbald in eine Poſada führen, wo wir vortrefflich aufgehoben ſeien.

So klapperten wir abermals durch die öden Straßen und ließen unſere Köpfe mit dem Maulthier um die Wette hängen. O weh! in eine ſpaniſche Poſada! Und das nach dem heutigen Marſche! das Beſte an der Sache war, daß wir nicht weit mehr zu gehen brauchten, denn ſchon nach einigen Schritten hatten wir das Thor der Poſada erreicht. Hier war Alles finſter und verſchloſſen; es ſchien kein Menſch in dem Hauſe zu ſein. Don Alonſo klopfte an; es wurde eine kleine Thüre geöffnet und uns, als man den Schneider mit Reiſenden erkannte, augenblick⸗ lich der Eingang geſtattet. Plötzlich befanden wir uns hier in