Ein Ritt durch die Mancha. 323
Seit unſerem Abenteuer von heute Morgen hatten wir den Karren nur auf Augenblicke beſtiegen, um zuweilen ein wenig auszuruhen; hier aber in dem ſchwarzen feuchten Moorgrunde brachte ihn das Maulthier kaum unbeladen und dann auch nur ſehr langſam von der Stelle. Es wäre dieß übrigens ein präch⸗ tiges Terrain geweſen, um ein paar arme Reiſende auszurauben, und ein einziger Kerl wäre damit zu Stande gekommen; er hätte nur auf Schußweite hinter einem Strauche her uns unter An⸗ ſchlagung ſeines Gewehrs zu erſuchen gehabt, uns gefälligſt mit dem Geſicht auf die Erde zu legen. Ich bin überzeugt, unſer Führer wäre gleich niedergeſtürzt, und uns, in der Ungewißheit, mit wie Vielen man es denn eigentlich zu thun habe, auch wohl nichts Anderes übrig geblieben. Wir unterhielten uns über der⸗ gleichen Gegenſtände, ſo wie auch über andere, rauchten eine Cigarre um die andere und erreichten endlich, lange aufwärts
ſteigend, eine Art Hochebene, wo die Burbaumgeſträuche lichter
wurden und uns eine weitere Ausſicht geſtatteten.
Die Ebene dehnte ſich immer noch in gleicher Einöde und Langweiligkeit rings um uns aus; nur gerade vor uns war eine kaum merkliche Erhöhung, und auf derſelben erkannten Horſchelts V ſcharfe Augen Windmühlen.—„Villarrobledo!“ rief zu gleicher Zeit unſer Führer.— Ach! unſer Nachtquartier! Der Anblick
ſtärkte uns wunderbar; auch das Maulthier fand hier wieder einen beſſeren Weg, und ſo zogen wir mit beſchleunigten Schrit⸗ ten dahin.
Es war ungefähr drei Uhr Nachmittags.—„Wie viele Stunden werden wir noch bis an das Dorf haben?“ fragte ich den Maler.—„Ich ſchätze,“ meinte er,„daß wir um fünf Uhr dort ſein können.“— Alſo noch volle zwei Stunden! Ich fragte V auch unſeren Führer über ſeine Anſicht und erſchrack recht ordent⸗ lich, als er entgegnete, er glaube nicht, daß wir vor ſieben Uhr V ankommen werden. Und doch ſchien uns das unmöglich; ſchon nach V einer halben Stunde ſah auch ich die Aiudmüihlen, Aaſchel aber


