Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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Ein Ritt durch die Mancha. 321 er geſtreckten Flecken zuſahen, die von weither auf dem hellen Grunde er wie dunkle Schaaren bald langſam, bald geſchwind näher zogen. ge Zum Fahren hatten wir beide keine Luſt mehr, und ſo zogen en wir rüſtigen Schrittes dahin, bis wir gegen zwei Uhr endlich it einige Wohnungen vor uns entdeckten. Bei denſelben hatten wir en etwas über die Hälfte des Weges gemacht. Es waren elende

Hütten, die da bei einander lagen, von Lehm aufgeführt; nur ein

d paar hatten Fenſter, bei den übrigen wurden Licht und Luft zur 8, Haus⸗ und Zimmerthür hereingelaſſen. Es war nicht daran zu te V denken, hier etwas Eßbares zu erhalten; doch ſuchten wir nur ein i⸗ V Obdach, um wenigſtens eine Weile vor dem immer toller wer⸗ ⸗ denden Winde geſchützt ausruhen zu können. Indeß ließen wir n vor mehreren Hausthüren vergeblich unſer Hoje erſchallen; ent⸗ u, weder war niemand zu Hauſe, oder die Baracken waren überhaupt ie verlaſſen. Letzteres ſchien mir am glaubwürdigſten; denn hier und re da waren die Mauern halb zuſammengeſtürzt, der Kamin her⸗ er untergeweht, und große Spalten im Dache ließen allerlei Vögel g aus und ein ſpazieren. Bei einer alten Frau fanden wir endlich n ein Unterkommen, aber nur ein Unterkommen im einfachſten d Sinne des Wortes. Wir mußten uns auf einen Herdſtein nieder⸗ r V ſetzen; das einzige Waſſergefäß hatte der Mann mit aufs Feld e genommen, und Brod, ſagte die Frau, bekäme ſie erſt heute Abend te wieder. Leichtſinniger Weiſe hatten wir es verſäumt, uns etwas ei V Mundvorrath mitzunehmen. Der Maler meinte, es ſei eine Art te Verweichlichung, wenn man ſich mit ſo vielem Eßbaren vorſehe, n bei einer Tour übers Land nehme man fürlieb mit dem, was h man gerade finde. Er habe das im bairiſchen Gebirge immer ſo ß gehalten. Der Unglückliche! das baieriſche Gebirge mit der Mancha ⸗ zu vergleichen! Dort fand er wenigſtens auf jeder Alm etwas Genießbares, einen Kübel Milch und ein Stück Brod, die Senne⸗

8 rin gar nicht mitgerechnet, hier aber— nun, er mußte mit mir

⸗ dafür leiden, und vielleicht mehr als ich; denn ich konnte es am Ende ſchon ein paar Tage länger ohne gute Mahlzeit aushalten. Hackländer, Ein Winter in Spanien. I. 21