316 Elftes Kapitel.
hung ihres Territoriums nicht dulden wollten und außerordent⸗ lich zudringlich waren.
Die Zeche war für Spanien mäßig, wir bezahlten Jeder etwas über zwei Gulden, und unſer junger Wirth ſchrieb uns noch für das nächſte Nachtquartier eine eigenhändige Empfehlung auf unſere Marſchroute hin. Dieſe lautete an einen Saſtre (Schneider), welcher aber trotzdem den ſtolzen Namen Don Alonſo führte.
Punkt acht Uhr war der Karren da, eine ſehr einfache Ma⸗ ſchine; er hatte zwei Räder mit einem Untergeſtell, zwei kurze Leitern bildeten die Seitenwände, und einige Reifen, welche oben übergeſpannt waren, trugen eine leichte Strohmatte, die zum Schutze gegen Sonne und Regen diente. Unſere Nachtſäcke wur⸗ den zum Sitzen benutzt und vor ſte hin ein Strohbund vertheilt. In die Gabel des Karrens ward ein kräftiges Maulthier geſpannt, das unſer Kutſcher und Führer an einer Strickhalfter hielt. Dieſer Kutſcher war ein gedrungener Kerl, ziemlich mangelhaft bekleidet, namentlich hatten ſeine Hoſen eine entſchiedene Neigung abwärts zu ſinken, weßhalb ſeine linke Hand faſt immer damit beſchäftigt war, ſte in der Höhe zu erhalten. Er trug eine geflickte Jacke, einen breitkrämpigen, zugeſpitzten Hut, hatte aber den unten ganz zerfetzten Mantel mit vielem Anſtand um Schulter und Hals geſchlungen.
Es verurſachte uns einige Mühe in den Karren hinein zu kriechen, denn die Räder waren hoch und von einem Tritt keine Spur. Unſer eben beſchriebener Führer war der Knecht des Fuhr⸗ werkbeſitzers, dieſer ſelbſt war indeß auch mitgekommen, um ſein Geld in Empfang zu nehmen. Don Joſes Sohn aber nahm uns bei Seite und erſuchte uns, ihm den Betrag auszubezahlen, den er dem Anderen ſogleich einhändigen werde, ſobald der Knecht mit einem Zettel zurückgekehrt ſei, auf welchem wir ihm ſeine gute Aufführung bezeugt.—„Machen Sie es künftig auch ſo,“ ſagte er mit einem eigenthümlichen Augenzwinkern;„man kann nicht


