Ein Ritt durch die Mancha. 315 Karrens bedienen würden; das ſei eine charmante Fahrgelegen⸗ heit, man könne ſich auf Stroh legen, mit der Manta warm zu⸗ decken, und er ſei verſichert, wir würden nach angeſtelltem Verſuche dieſe Art, zu reiſen, dem Reiten bei Weitem vorziehen.
Obgleich es nun nicht in unſerer Abſicht gelegen, wie eine Waare über Land gekarrt zu werden, ſo war doch weiter nichts zu thun, und Horſchelt, der zwei Worte mehr zu wiſſen glaubte als ich, ſchaffte alſo auf morgen früh um acht Uhr den bewußten Karren an. Darauf wurden wir in unſer Schlafzimmer geführt, ein Gemach mit zwei ziemlich guten Betten, einem großen Zeichnen⸗ tiſche— es war nämlich das Quartier des abweſenden Stations⸗ ingenieurs—, Büchern, großen Karten und Meßapparaten; auch eine Unzahl von Schaufeln und Hauen ſtanden und lagen hier und dort herum.
Wir erfreuten uns eines vortrefflichen Schlafes und konnten erſt des anderen Morgens um ſieben Uhr durch mehrmaliges Klopfen erweckt werden. Für das Frühſtück hatte die Frau beſſer geſorgt als für das geſtrige Souper; es war faſt zu viel für dieſe frühe Stunde; doch da uns Don Joſes Sohn verſicherte, wir würden den ganzen Tag nichts zu eſſen bekommen, ſo ſprachen wir den gebackenen Ciern, den geröſteten Schinkenſchnitten, den gebra⸗ tenen Schweinscotelettes und nachher noch der Chocolade mit Picatoſtes tapfer zu. 4
Wenn auch ſo ein ſpaniſches Privathaus recht gut einge⸗ richtet iſt, Küche und Keller in der Ordnung ſind, es auch gute Betten hat und dergleichen, ſo iſt dagegen in den meiſten Fällen für ein anderes, ſehr unentbehrliches Bedürfniß ſchlecht oder viel⸗ mehr gar nicht geſorgt. Man iſt gezwungen, ſich den Hof und die Hintergebäude zu betrachten, und findet dort oft Hausthiere, welche den Eindringling unfreundlich anſehen. So hatten wir beide am heutigen Morgen einen hartnäckigen Kampf zu beſtehen mit einem ſchwarzen Bock und einem großen Truthan, welche eine Entwei⸗


