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Von Mailand nach Florenz. 37
angeſammelt auf allen Seiten, in ſchäumenden Waſſerfällen von den Bergwänden herab. Dazu hingen die Wolken tief hernieder aufs Gebirg, und nach jedem Gewitterſturm rieſelte der Regen wohl noch eine gute Stunde ſanft, aber unaufhörlich hinab, weß⸗ halb wir den Wagen meiſtens verſchloſſen halten mußten. So keuchten die Pferde mit uns in die Berge dahin, und wir hatten gerade wieder einmal ein recht ſaftiges Stück Weg zu paſſiren, als plötzlich neben uns auf der mit der Straße faſt in gleicher Höhe liegenden Eiſenbahn der Zug von Novi leicht bei uns vor⸗ überrollte; es verurſachte uns dieſer Anblick ein recht peinliches Gefühl, da wir, ſo langſam und beſchwerlich vorwärts kommend, den hübſchen und eleganten Convoi ſahen, wie die leichten zierlichen Räder ſeiner Wagen auf den glatten Schienen ſo mühelos dahin glitten.
Die Eiſenbahn von Turin nach Genua war ihrer größern Strecke nach bereits fertig und verband erſtgenannte Stadt über Aleſſandria und Novi mit Buſſala, einem kleinen Ort von welchem aus man Genua in etwa 4 Stunden mittelſt Eilwagen und Om⸗ nibus erreicht. Wenn auch dieſe Bahn von der Hauptſtadt des Landes aus bis nach Novi nicht viele Terrainſchwierigkeiten zu überwinden hatte, ſo braucht es dagegen in Wahrheit koloſſale Arbeiten, um durch die Schluchten und Berge des obengenannten Apenninenpaſſes zu dringen. Man kann dieſe Strecke Weges mit ihren vielen Brücken, Tunnels, Curven und Einſchnitten der uns bekannten von Aachen nach Lüttich an die Seite ſtellen; auch hier war eine Schwierigkeit nach der andern zu überwinden, und wenn man das oftmals ganz von Felſen eingeſchloſſene Thal ſieht, durch welches die Bahn ſich einen Weg ſuchen mußte, ſo begreift man nicht, wie ſie ſich herauswinden würde; bei einer Bitgang
der Chauſſee ſieht man ſie nun aber ebenfalls wenden, gerade
auf die Landſtraße zukommen und unter derſelben verſchwinden, nachdem ſie das Thal des reißenden Bergwaſſers auf einem koloſ⸗


