Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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Zweites Kapitel.

ſchaft allein. Gott weiß, wie ihre beiden leichten Schweſtern von de

damals ſich jetzt befinden, und in welch finſterm Magazin die au

armen Pontons nun träumen mögen von jenen ſchönen Tagen, kn wo ſie ſtolz darauf waren die öſterreichiſche Armee tragen zu dr b dürfen, die unter Jubelruf und beim Klang der Muſik an das an

V jenſeitige Ufer zog. ſo In Gravellona iſt die piemonteſiſche Gränze und dort wurden nie unſere Effekten auf eine, ich muß geſtehen, ſehr nachſichtige und H höfliche Art durchſucht. Auf dem Poſtſchein, den man in Mailand W für den Courier erhält, ſteht die Bemerkung:„Der Wagen halte kar

weder zum Souper noch zum Diner, wonach ſich der Reiſende zu me

V richten habe“, was wir denn auch wie alle übrigen Paſſagiere ne gethan, und uns mit kalter Küche verſehen hatten, die wir in dem ho

Dämmerlicht des ſinkenden, ſehr regneriſchen Tages verzehrten. der Wir hatten dazu alle Muße, denn der Courier— Gott möge der V ihm dieſen prahleriſchen Namen vergeben!— ſchlich trotz unſerer ſch ſechs Pferde und trotz dem Geſchrei und Peitſchengeknall unſerer die V V Roſſelenker im langſamſten Schritt durch tiefen Sand und Schmutz fre dahin. Ein Malländer, der mit uns im Wagen war, gab uns N G die wenig troſtreiche Verſicherung: wir würden, anſtatt am andern er Morgen um 8 Uhr, nicht vor Mittag oder wohl gar erſt im Laufe Gr ddees Nachmittags in Genua ankommen, und der Mann hatte ſehr In wahr geſprochen. Zuweilen wurden die Pferde zu einem gelinden die Trabe aufgemuntert, verfielen aber bald darauf wieder in ihren leg Schneckengang; der Wagen war offenbar für den ſchlechten Weg um zu ſchwer beladen, dazu ſaßen wir ziemlich dicht zuſammengepreßt; geſ meine beiden kleinen Kinder, denen ich am Boden von Nachtſäcken Zer und Mänteln ein nothdürftiges Lager hergerichtet, erhoben zuwei⸗ Ba

len ein Klagegeſchrei, und meinten ſchlaftrunken, ihr Bett ſei zu and

kurz und ſtände ja nicht einmal ſtille, weßhalb die Fahrt eine recht

1 unerquickliche war.

V Bei völliger Nacht und dichtem Regen erreichten wir den ſag Po, der mit ſeinen ohnedieß flachen und melancholiſchen Sandufern und