Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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Von Wailand nach Florenz. 25

Grenadiere mit den ſchwarzen Bärenmützen über den ernſten braunen Geſichtern; Gewehr im Arm ſchritten ſie auf und ab, oder ſaßen neben einander auf hölzernen Bänken am Thor. Mit⸗ tags ſpielte ſtets eine Muſtkbande im Hof, und dabei gab man ſeinem militäriſchen Freunde ein Rendezvous, man plauderte mit einander, man lachte, man ſpazierte auf und ab luſtig und guter Dinge, bis ſich hinten im Hof die gewiſſe Thür öffnete, und der kleine Mann heraustrat, die Hände auf dem Rücken, etwas vorn übergebeugt mit dem ſo lieben und freundlichen Angeſicht; da ſchwiegen plötzlich alle Geſpräche, die Luſtwandelnden ſtanden ſtill, die Gruppen lösten ſich auf, und jeder Säbel, ehrerbietig an die Seite genommen, ſtieß klirrend auf das Pflaſter, und in jeder Bruſt regte ſich ein eigenes Gefühl: es war, als müſſe man den alten Marſchall, ſo oft er erſcheine, mit einem lauten jubelnden Lebehoch empfangen.

Das alles dachte ich, als ich vom Corſo auf jenen Platz mit den Bäumen einbog, der jetzt ſo lautlos und ohne Leben dalag; ein leiſer Lufthauch rauſchte durch die Blätter und ſchien mit mir von vergangenen Zeiten plaudern zu wollen. Außer mir ging niemand unter den Bäumen; das Ohr vernahm nicht mehr das Wiehern eines Pferdes, nicht mehr das Klirren eines Säbels — kein freundliches Begrüßungswort— alles, alles ſtill und einſam. Vor dem Thore des Palaſtes ſchlenderte ein einzelner Wachtpoſten auf und ab, im Hofe brütete die Sonne, und war hier nichts zu erwecken als ein melancholiſches Echo der eigenen Schritte; die Thüren waren verſchloſſen, die Fenſter ver⸗ hängt, und erſt nach langem Suchen gelang es mir, einen Portier aufzufinden, der mich gähnend verſicherte, das Innere der Villa ſei verſchloſſen und er habe keine Erlaubniß, die Zimmer zu öffnen. So war es mir alſo nicht vergönnt, jene Gemächer noch einmal zu betreten, wo ich das Glück hatte, dem Marſchall vor⸗ geſtellt zu werden, wo ich die Generale Heß und Schönhals kennen gelernt hatte, wo ich durch meinen edlen und lieben Freund, den