24 Zweites Aapitel.
einzelner Individuen auf die kaiſerlichen Wachen beſteht darin, daß man die Poſten vor dem Gewehr mit eiſernen Gittern um⸗ 5 geben hat, hinter welche ſich im Nothfall die ganze Wache zu⸗ 3 rückziehen kann; eine Einrichtung, die auch in Paris ſchon ſeit t vielen Jahren beſteht. Das einzige militäriſche Schauſpiel, wel⸗ ſ ches man in dieſem Augenblick in Mailand ſehen konnte, beſtand 5 täglich um 1 Uhr in dem Aufziehen der Wache vor der kaiſer⸗ lichen Burg, wobei eine der vortrefflichen Muſikbanden auf dem Domplatze ſpielte. Zahlreiche Menſchenmaſſen fanden ſich meiſtens V dabei ein und lauſchten mit ſichtlichem Behagen den mächtigen Klängen, die, an dem koloſſalen Dom wiederhallend, über den weiten Platz dahinbrausten. Einer meiner erſten Gänge war nach der Villa reale, dem
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damaligen Hauptquartier des Feldmarſchalls, wo ich ſo viel angenehmes, ja großes erfahren und geſehen. Lebhaft erinnere 1 ich mich jener Zeit, als ich den Corſo hinabging und nun links V auf den mit Bäumen beſetzten Platz einbog, der an den Garten des Palaſtes gränzt und ſich bis zum Eingang deſſelben erſtreckt.
V Wie lebhaft war es damals hier, welches Gewühl von Offizieren V aller Waffen, zu Pferd, zu Fuß und zu Wagen, die aus dem Hauptquartier kamen und dorthin gingen; Freunde und Bekannte b aus entfernten Garniſonen, die ſich lange nicht geſehen und ſich nun eilig im Vorübergehen ein freundliches Wort zuriefen ö oder flüchtig die Hand ſchüttelten— auf Wiederſehen morgen, übermorgen— draußen wenn's losgeht— t'schau— leb 1 wohl— und dahin eilten alsdann die jugendlich kräftigen Ge⸗ ſtalten, um ſich vielleicht wenige Zeit nachher mit dem Orden geſchmückt wiederzuſehen— oder auch vielleicht nie wieder. Dort unter den Bäumen hielten beſtändig Ordonanzen, Huſaren oder Stabsdragoner hoch zu Pferde, oder abgeſeſſen ſich an den Sattel lehnend; und wenn man näher zur Villa reale kam, wie lebendig und bewegt wurde es da, wie ritt und ging es ab und zu! Am Eingangsthor ſah man meiſtens die hohen Geſtalten der


