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Zweites Kapitel. Von Mailand nach Florenz.
Mailand. Die Villa reale. Erinnerungen an Vater Radetzky und ſein Haupt⸗
quartier. Ballet in der Scala. Der Courier nach Genua. Ränbergeſchichten.
Eine Regennacht. Das Meer!! Genua. Guardia civica. Straßenlieder. Die
italieniſchen Seedampfer und ihre Verſprechungen. Sonntag in Livorno. Ankunft in Florenz.
Mlailand hatte ich ſeit den wichtigen Ereigniſſen des Jahrs 1849 nicht mehr geſehen; damals war alles voll Militär, in den Straßen begegnete man auf Schritt und Tritt Offtzieren jeder Waffengattung, wogegen die Bürger ſich mehr bei ſich und zu Hauſe hielten. Heute fand ich das ganz anders, faſt nur auf den Wachen und Poſten ſah man öſterreichiſche Soldaten, und man konnte durch mehrere Straßen gehen, ehe man einem Offizier in weißer Uniform begegnete, wogegen mir der ſonſtige Straßenverkehr lebhaft und geräuſchvoll, wie in frühern Zeiten erſchien. Gewiß iſt daß das wahnſinnige und verbrecheriſche Unter⸗ nehmen des 6. Februar 1853 nichts weiter zurückgelaſſen hat als eine tiefe Entrüſtung der ganzen Bevölkerung gegen die Anſtifter deſſelben, die, wie ſchon ſo oft, hinter den Couliſſen ſpielten, und ſelbſt ungeſehen, ihre armen verblendeten Acteurs nach mißlungenem Attentat ihrem traurigen, wenn auch verdienten Schickſal über⸗ ließen. Eine Vorſichtsmaßregel gegen abermalige Ueberfälle


