Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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26 Zweites Kapitel.

unvergeßlichen Grafen Guſtav Neipperg, den leider der Tod hinweg⸗ gerafft, eingeführt wurde—— wo wir ſo heiter dinirten, und wo Adjutanten und Ordonanzen, die jungen tapfern Kiebitze des Marſchalls, ihr heiteres Weſen trieben. Ja nicht einmal hinein⸗ blicken durfte ich in die untern Räume, wo ſich die Kanzleien be⸗ fanden, aus denen ich ſo manchen unſterblichen Bericht ſchrieb, wo Oberſt Eberhardt den freundlichſten Wirth machte, und wo uns der Erſtürmer der Villa rotunda, der tapfere General v. Reiſchach, den hölliſchen Proteus erklärte. Sie ſind vor der Hand dahin jene Zeiten, und ich empfand es an dieſem Morgen recht ſchmerz⸗ lich, von all den lieben Bekannten und Freunden, die einſtens hier beiſammen, nun weit auseinander zerſtreut leben, nicht einen einzigen mehr zu finden. Wem aber von allen dieſe Zeilen zu Geſicht kommen, der möge ſie als einen herzlichen Gruß von mir annehmen und als ein Zeichen daß ich der damaligen Tage ſtets in Freundſchaft und Dankbarkeit gedenke.

Nur der Eintritt in den Garten der Villa reale wurde mir geſtattet, und ich machte mir das traurige Vergnügen, eine Vier⸗ telſtunde in den jetzt ſo einſamen Gängen herumzuſpazieren. Auch auf dieſer Seite des Palaſtes waren Läden und Thüren feſt verſchloſſen, und an den Zimmern des Marſchalls hingen die weiß und gelben Vorhänge vor den Fenſtern herab. Dort ſtand er ſo gern und ſchaute hinab auf den grünen Raſenplatz vor der breiten Treppe, auf die ruhige Fläche des kleinen Sees mit ſeiner Inſel und ſeinem Tempel. Damals kam das Frühjahr, über Nacht waren die Knospen aufgeſprungen, und die kahlen Aeſte von geſtern zeigten ſich heute zart und friſch belaubt— jetzt war es auch hier Herbſt geworden, Bäume und Büſche hatten ſich gelb und roth gefärbt, und ſchon bedeckten herabgefallene Blätter den Boden, obgleich die Sonne wie an jenem Tage glän⸗ zend und klar auf Palaſt und Garten herniederſah. Glücklicher⸗ weiſe entdeckte ich hier noch zu guter Letzt ein paar alte Bekannte, doch war es unmöglich, ſich mit ihnen zu verſtändigen: zwei große