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Nach Italien. 13
aufgegebene Depeſchen gedeckt wird, was ſich übrigens noch jeden Tag vermehren wird; denn die Schweizer waren ſo klug, den Telegraphentarif äußerſt niedrig zu ſtellen: zwanzig Worte durch das ganze Land koſten nur 1 Franken, und dafür kann man ſich ſchon einmal das Vergnügen machen, von Baſel aus einen Genfer Bekannten zu fragen, wie ihm das geſtrige Mahl bekommen, oder wie er geſchlafen. Vielleicht die einzigen Feinde der Telegraphen ſind die Schweizer Poſtillone. Denn ſie oder vielmehr ihre langen Peitſchen liegen in beſtändigem Kriege mit den längs der Straße laufenden Drähten und verwickeln ſich nicht ſelten ſo in einander, daß der Schwager nur durch Herabſteigen von ſeinem hohen Bocke und kluges Nachgeben ſein Scepter wieder zu erlangen im Stande iſt.
Nach Chur kamen wir um 8 Uhr Morgens. Die Straßen lagen in dieſem Städtchen wie immer nächtlicher Weile ohne ſichtbare Beleuchtung in tiefſte Dunkelheit gehüllt; doch iſt auch hier für den Reiſenden eine Verbeſſerung eingetreten, daß man nämlich während des ſtundenlangen Wartens jetzt ein freundlich geöffnetes, erhelltes Gaſtzimmer mit gutem Kaffee ꝛc. antrifft, ſtatt daß man ſich früher mit einem kalten Schnaps in einer ſehr geringen Schenkſtube behelfen mußte.
Wenn mein Bericht nicht ſchon ſo ungewöhnlich groß ge⸗ worden, und der Weg von hier auf den Splügen nicht ſchon ſo oft beſchrieben wäre, würde ich meinen Leſern noch einige Details mittheilen von dem großartigen Rheinthal jenſeits Chur, wie der Feldbau allmählich kümmerlicher und der Baumwuchs nach und nach dürftiger wird, wie dort Felsberg in größerer Gefahr wie je ſchwebt, um endlich ganz verſchüttet zu werden, wie die ſchöne Inſel Reichenau heute Morgen im Glanz der Sonne ſo wunder⸗ bar dalag, rings umfluthet von den hier ſo durchſichtigen ſmaragd⸗ grünen Wellen des ſtürmiſchen Rheins, und was dergleichen maleriſche Sachen mehr ſind; ſo aber begnüge ich mich mit den prak⸗ tiſchen und ſage nur noch, daß man von den Ueberſchwemmungen


