Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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Nach Italien. 11

Dampfboote kann man ſagen, daß ſie jetzt ſehr zweckmäßig einge⸗ richtet ſind, um die verſchiedenen Orte des Sees mit einander in Verbindung zu ſetzen, und der eilige Reiſende braucht nun nicht mehr wie früher trauernd an dieſem Waſſer zu ſitzen und ſehnſüchtig nach Rorſchach hinüber zu blicken, wohin ihm ſonſt die Fahrt nur an einigen bevorzugten Wochentagen vergönnt war. Auch die Reſtau⸗ rationen der Schiffe haben einen ſchönen Aufſchwung genommen, denn ich erinnere mich noch ſehr genau der Zeit, wo z. B. die Kaffee⸗ ſchale für einen mäßig ſtarken Mann als Fingerhut hätte dienen können, wo gute friſche Butter eine Fabel war, und wo ein zähes verbranntes Fleiſch Beefſteak genannt wurde das iſt, wie geſagt, ganz anders geworden, und man kann ſich nun mit vieler Behag⸗

lichkeit zu einem Gabelfrühſtück mit Kaffee niederſetzen, und hat,

wenn man endlich nach einer guten halben Stunde aufſteht, etwas ſolides im Magen und gleich darauf Rorſchach vor Augen, denn die Ueberfahrt dauert nicht viel länger.

Die Schweizer Douaniers ſind ſehr artige Leute und begnügen ſich mit der Verneinung der ſehr höflich geſtellten Frage: ob man irgend etwas Verzollbares bei ſich führe, worauf man ungehindert mit ſeinen ſieben Sachen zur nahe gelegenen Poſt ziehen kann, um mit dem bequemen und angenehm eingerichteten Eilwageun gegen halb 6 Uhr nach Chur weiter zu fahren. Der Fremdenzug durch die Schweiz iſt in dieſem Augenblick noch immer ſehr ſtark, und wir hatten drei große Beiwagen, lauter anſtändige Gebäude, mit guten Pferden beſpannt, dazu ſind die Straßen vortrefflich, die Poſtillons verſtehen zu fahren, und ſo kommt man ſehr raſch vorwärts.

Es war ſchon Nacht und ziemlich dunkel, als wir durch das Rheinthal fuhren, welches hier über eine Stunde breit iſt. An der gegenüberliegenden Bergkette Vorarlbergs liegt die Straße von Bregenz nach Chur faſt parallel mit der von Rorſchach; ich blickte lange dorthin, ſchmerzlich bewegt, und als ich durch die Finſterniß weit in der Ferne einige Lichter glänzen ſah, dachte ich, es könnte