Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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Da klang das Rollen der Räder ſo eigenthümlich, ſo in einem beſtimmten Takte, ſo ganz im Rythmus eines bekannten b Liedes, daß es war, als tönten aus dieſem ſo regelmäßig b ſich wiederholenden Klirren und Rauſchen auch die Worte jenes Liedes hervor, und er vernahm ſie ſo außerordentlich deutlich, wenn es auch gurgelnde Stimmen waren, die aus V ihm unſichtbaren Kehlen zuflüſterten: Schlaf, Kohler'chen, ſchlaf, Deine Mutter hütet die Schaf, Dein Vater hütet die Lämmelein, Schlaf mein liebes Kohler'chen ein, ¹

Schlaf, Kohler'chen, ſchlaf!

Dabei hatte ſich Herr Weller an ſeine Seite ge⸗ V ſetzt und erzählte ihm in murmelndem Tone von der Liebe V Leid und Luſt, wie das Erſtere wohl in dieſem armen Leben überwiegend ſei, und wie ſo Manches beim näheren Unter⸗ V ſuchen anders erſcheine als beim erſten flüchtigen Betrachten..4 . Schlaf, Kohler'chen, ſchlaf. Wie ſchon Paulus geſagt: daß Heirathen gut ſei, aber nicht Heirathen beſſer, und daß, wer bis zu einem gewiſſen Alter gewartet, auch ſich künftig enthalten ſolle, an der Hand einer Gattin das Leben zu durchſchreiten, denn man könne nicht immer genau voraus wiſſen, wie der Gemüths⸗ zuſtand dieſer Gattin ſei. Deine Mutter hütet die Schaf. Wie ſich aber jeder Chriſtenmenſch unter gewiſſen Bedingun⸗ 1 gen vor alten Jungfern und Wittwen in Acht nehmen ſolle. b V Sie ſeien keine Lämmelein. Wie es eigentlich unbegreiflich wäre, daß ſo Mancher der Zerſtörer ſeiner eigenen Ruhe werde; denn ſich einmal in die Pflege gegeben irgend einem Gemüthe, wie Unzählige V das irdiſche Daſein verſchönern, ſo liebevoll, ſo auf⸗ merkſam, ſo heiter, ſo froh, ſo verträglich, ſo zu keinem 6

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