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„Nein, noch nicht,“ erwiederte Herr Weller ziemlich laut, indem er zuſammenſchrak, dann ſetzte er leiſer hinzu:„Ich bitte Sie, lieber Freund, gehen Sie einen Augenblick in den Waggon, der Zug hält ja gewiß noch einige Zeit, und ſagen Sie ihr, man könne hier unmöglich Waſſer bekommen. Ihnen glaubt ſie, von mir ſagt ſie immer,“ ſprach er ſeufzend, „es ſei böſer Wille und ich wolle ihr auch nicht das Ge⸗ ringſte zu Gefallen thun. Ja, von mir ſagt ſie das, Koh⸗ ler, von mir, der doch ſo viel für ſie gethan.“
„So, ſo,“ gab der ehemalige Makler zur Antwort. Um aber ſeinem Freunde gefällig zu ſein, wie er es immer war, trat er auf den Wagen zu, aus dem die kreiſchende Stimme ſich hatte vernehmen laſſen.— Ja, da ſaß ſie, Madame Weller, geborene Friederike Federbach, und als er, der alte Bekannte, näher trat, that ſie als ob ſie ſich freue, ihn wiederzuſehen, und bat ihn, einen Augenblick hereinzukom⸗ men. Der Conducteur an der Treppe des Waggons ſprach von ein Paar Minuten, die der Zug noch halten würde, und ſo glaubte es denn Herr Kohler wagen zu können, der jungen Neuvermählten einen flüchtigen Gruß zu ſagen.
Als er ſich ihr gegenüber geſetzt und etwas Poetiſches geſagt von den flüchtig dahingeſchwebten, ſüßen Wonnen der Flitterwochen, antwortete ſie mit einem unterdrückten Seuf⸗ zer, und meinte, es ſei eigentlich Unrecht, ein zartes Ge⸗ müth, wie das ihre, in den Drang und Sturm rauher Wirklichkeit hineinzureißen. Dabei war ihre Stimme nicht mehr ſo kreiſchend wie vorhin, als ſie nach ihm rief, der ihres Lebens Schirm und Hort war, vielmehr hatte ſie wieder jenen ſchmachtend weinerlichen Ton angenommen, mit dem ſie in ihren poetiſchen Stunden damals im väter⸗ lichen Hauſe zu ſagen pflegte: wünſchen Sie noch etwas Kaffee? was aber der Stimmung eben dieſes Tones nach ebenſo gut hätte heißen können: wann werde ich ausge⸗


