Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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einen ſeltſam roth leuchtenden Punkt. Im nächſten Augen⸗ blick aber mußte er lachen über ſeine eigenen Phantaſieen von Gott weiß welcher fabelhaften Erſcheinung, die dem leuchtenden Punkt zu Grunde liege, denn es fiel ihm glück⸗

licher Weiſe ein, daß ſich dort ja die Eiſenbahn befinde,

und daß das, was er ſah, das Licht eines Weichenwärters ſein müſſe.

So war es auch. Nachdem er ein paar hundert Schritte gemacht, ſah er vor ſich die Eiſenbahnſtation hell erleuchtet und gegenüber derſelben das Ziel ſeines heutigen Spazierganges, diebunte Katze.

Jetzt ſtieg er den Weg abwärts, den er heute Nach⸗ mittag in entgegengeſetzter Richtung gewandelt, kam wieder an den rauſchenden Waldbach, und ſah nun auch, daß das rothe Licht die Eiſenſchienen erhellte und ſich neben einem Bahnwärter befand, der ihm zurief:Wenn Sie noch mit dem Courierzug fort wollen, ſo müſſen Sie ſich eilen, auf den Bahnhof zu kommen.

Dieſe Vorausſetzung traf nun nicht zu, doch machte das Wort:Courierzug die Schritte des Herrn Kohler beſchleu⸗ nigen. Sollte er das für ihn ſo große Vergnügen, die Paſſagiere aus⸗ und einſteigen zu ſehen, namentlich bei ſo maleriſcher nächtlicher Beleuchtung, verſäumen? Gewiß nicht, er wäre dies nie im Stande geweſen, namentlich aber am heutigen Abend nicht, wo ſein Herz von ſanften Gefühlen erwärmt war.

Bald hatte er den Bahnhof erreicht, und da er, wie der geneigte Leſer weiß, in dieſen Lokalitäten ſehr zu Hauſe war, ſo gelangte er in kurzer Zeit, natürlich mit Vermei⸗ dung des geſchloſſenen Warteſaals, auf die andere Seite des Stationsgebäudes, und wollte eben an die Schienen treten, um nach dem erwarteten Courierzuge auszuſpähen, als er dicht am Hauſe eine lachende Stimme vernahm, die