Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

267

der Vergangenheit, ſowie mit dem ferneren Geſchick ſeiner Freunde, in welches er wohl das ſeinige ein wenig mit ver⸗ flocht, um dann aber im Weiterſchreiten ganz zu der eige⸗ nen Zukunft überzugehen. Die Gedanken hieran führten ihm begreiflicher Weiſe das Bild derbunten Katze vor Augen, und der Schild dieſes vortrefflichen Wirthshauſes floß ſo mit der runden Wirthin zuſammen, daß es ihm oft war, als ſähe er bald diebunte Katze, ſeinem Pfade in zierlichen Courbetten folgend, dann wieder, als leuchteten die munteren Augen der runden Wirthin ſelbſt aus den dunkeln Gebüſchen am Wege hervor.

Dieſer alte Duvallet, fuhr er in ſeinem Selbſtge⸗ ſpräche fort,hat gut reden mit ſeinen Warnungen. Hat er doch keinen Begriff davon, daß einem andern ehrlichen Menſchen das beſtändige Alleinleben auch nachgerade lang⸗ weilig werden kann. Dieſer Commerzienrath ſcheint es freilich vergeſſen zu haben, daß auch er einſt der Liebe Seligkeiten empfunden. Mich zu warnen, indem er dieſe harmloſe Wittwe verdächtigt! Ja, wenn ich meine Augen auf irgend ſo ein junges, naſeweiſes Ding geworfen hätte, da hätte er ein Recht mit ſeinen ſogenannten freundſchaft⸗ lichen Vorſtellungen. Aber dieſe Wittwe, eine geſetzte und doch höchſt angenehme Perſon wahrhaftig, wenn ich mir das recht überlege, ſo ſind doch dieſe Leute rechte Egoiſten und keiner wahren Freundſchaft fähig. Oder iſt es ihnen vielleicht unangenehm, wenn ſie in ihren ſoge⸗ nannten Schlöſſern Anſtands halber doch noch an ihren Freund, den kleinen Kohler, denken müſſen, der freilich nicht ſtolz und vornehm auf der Höhe wohnt, ſondern tief im Thale, im Hauſe zurbunten Katze. O daß dieſe arme Welt ſo wenig Reelles hat! ſeufzte der ehemalige Makler, dann aber blieb er plötzlich erſtaunt ſtehen, denn indem er zufällig neben ſich hinabblickte, ſah er unten in der Tiefe