Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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265 Er lächelte ungläubig, und mit der bekannten, ſelbſtzufrie⸗ denen Miene ſprach er:Ich meine bewieſen zu haben, daß ich es verſtehe, wie man mit Wittwen umgehen muß. Ja, ja, mein lieber Duvallet, wer den alten Kohler auf ſei⸗ nem Neſte einfangen will, der muß früh aufſtehen.

Darnach ſuchte Herr Kohler ſeinen Hut, und da er ziemlich erheitert war, ſo nahm er von Alice und Victor Abſchied, indem er ihnen noch eine große Rede hielt, und zwar eine Rede, welche Vater Duvallet gewaltſam endigen zu müſſen glaubte, und dies auf die angenehmſte Weiſe von der Welt that, indem er nämlich ſeinem Freunde eine vorzügliche Cigarre in den Mund ſteckte. Hierauf ließ es ſich der vortreffliche Hauswirth nicht nehmen, ſeinen ſcheidenden Gaſt bis zur Grenze des Parks, der Brücke am Fuße des Hügels, zu begleiten, wozu ſich auch Madame Duvallet anſchloß und dabei ſo außer⸗ ordentlich zum Lachen aufgelegt ſchien, daß ſie und der alte Hausfreund auf ihrem Wege mehrmals ſtehen blie⸗ ben, um ein herzliches Gelächter gründlich austoben zu laſſen. Selbſt der ſonſt ſo ernſthafte Commerzienrath fühlte ſich heute Abend ſo freudig erregt, daß er unwillkürlich mit⸗ ſchmunzeln mußte und ſeine Ermahnungen zur Ruhe und zu geſetztem Betragen blos in den Worten beſtanden:Frau, Frau! bei Deinem Lachen bin ich nur froh, daß uns Nie⸗ mand Fremdes hört.

Und ſo war es ja auch; rings umher herrſchte tiefe Stille, man vernahm höchſtens einmal in einer Pauſe das Rauſchen eines leichten Nachtwindes zwiſchen den ſchlum⸗ mernden Blättern und das verſtohlene Murmeln des Waſ⸗ ſers unter der alten Brücke.

Hier trennte ſich Herr Kohler von ſeinen freundlichen Wirthen, nachdem ihm der Commerzienrath den Weg be⸗ zeichnet, um zu den beiden Grenzpfählen zu gelangen, denn