Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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Wie war aber die Einrichtung dieſes Hauſes ſo ver⸗ ſchieden von der der Zimmer, welche der Commerzienrath in der Stadt bewohnt! Wie zeugte ſchon die Diſpoſition der Gemächer von Eleganz und feinem Geſchmack. So der große, in ſeiner Einfachheit ſo vornehme Speiſeſaal, wel⸗ cher durch ein Vorzimmer, das nach dem Treppenhaus und der Küche führte, mit der oben erwähnten Veranda durch weite Flügelthüren in Verbindung ſtand. Wie paſſend war dazu das gediegene Ameublement im neueſten Ge⸗ ſchmack, das reich verzierte Buffet, die geſchnitzten Stühle, die Tafel ſelbſt, beladen mit Silber und Kryſtall, in deſſen ſchweren, eleganten Formen ſich die zahlreichen Lichter wiederſpiegelten.

Wir müſſen dabei geſtehen, daß ſich der Commerzien⸗ rath an dem Erſtaunen Victor's förmlich weidete und daß Madame Dupallet ſich die größte Mühe gab, ihr Lachen zu mäßigen, es wenigſtens ſcheinbar auf ganz unbedeu⸗ tende Dinge zu übertragen. So zum Beiſpiel auf den freilich etwas ſehr beſcheidenen Anzug ihres Neffen oder auf die Friſur des Herrn Kohler, die, wie ſie verſicherte, am heutigen Abend doch ein wenig gar zu herausfordernd in die Höhe ſtarrte.

Endlich nahm man Platz an dem Tiſch in einer bunten Reihe; ſo ſaß der Freiherr von Molitor neben der Com⸗ merzienräthin und der Frau Thereſe, was ihm ganz be⸗ ſonders zu behagen ſchien. Ueberhaupt hatte ſein Geſicht einen ganz andern Ausdruck angenommen; der ſeltſam ſtechende Blick ſeiner Augen erſchien auffallend gemildert; auch hielt er die Zähne nicht mehr feſt übereinander ge⸗ preßt, vielmehr öffnete er den Mund wie andere Menſchen, wenn er ſprach. Und das, was er ſprach, klang jetzt ganz anders als die Reden, welche man noch vor wenigen Mo⸗ naten von ihm vernommen. Wenn auch Jemand, der in