Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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Der Maler hatte ſich unterdeſſen von den Händen des Herrn Kohler losgemacht und war mit dem lauten Aus⸗ rufe:Victoy! Du biſt es! auf ſeinen Freund zugeeilt, der aus dem Schatten des Hauſes/trat, um die Angekom⸗ menen ebenfalls zu begrüßen.

Jetzt aber in's Haus! ſprach Herr Duvallet mit einer Luſtigkeit in Ton und Haltung, wie man ſie nicht an ihm gewohnt war.Wie kann ich, ſetzte er lächelnd hinzu,für mein Souper einſtehen, wenn es um eine Stunde verſpätet aus der Hand des Künſtlers kommt.

Damit eilte er voran bis zur Hausthüre, wo er mit komiſcher Behendigkeit ſeine Gäſte nöthigte, einzutreten. Nur vor Alice, die ſich neben Victor geſtellt hatte, ihre linke Hand auf deſſen Schulter legte und träumend in die klare Nacht hinaus blickte, ſchlüpfte er, ungeduldig gewor⸗ den, in's Haus, wobei er ſogar die Baronin Molitor hin⸗ ter ſich zurückließ, die an der Balluſtrade der Veranda ſtand und nun zu den beiden jungen Leuten trat. Das junge Mädchen verändexte ſeine Stellung nicht, nur reichte ſie die Rechte der Herantretenden, während ſie den Kopf erhob und die ſchöne Frau mit einem innigen Blick der Zuneigung betrachtete.

Alice, ſagte dieſe,meine gute, ſüße Alice! Gott, der mein Herz ſieht, weiß, wie ich mich über den heutigen Abend freue. Und wie will ich zum Himmel flehen, daß die Folgen deſſelben für Dich ſegensvoll ſind. Sie berührte mit ihren Lippen die reine Stirne des ſchönen Mädchens, wobei ſie mit ſo leiſer Stimme ſprach, daß es Alicen war, als habe ſie ſelbſt dieſen Gedanken:Du haſt meinethalb gelitten, ich will es Dir vergelten, ſo wahr mir Gott helfe!

Damit ging ſie raſch in's Haus, wohin ihr die beiden jungen Leute folgten.