Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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hinabflog und faſt unter die Räder einer vorüberrollen⸗ den Equipage gerathen wäre. Das Alles folgte ſich ſo blitzſchnell und auffallend, daß ein Paar alte Damen, die den kleinen Kaufmann kannten, erſtaunt ſtehen blieben und ſich fragten:Iſt dies Herr Weller, der ruhige Kauf⸗ mann, der mit einer unerſchütterlichen Ruhe Cocusnußöl⸗ ſodaſeife einwickelt und mit ſo vieler Würde Schnupftabak abzuwägen verſteht?

Er war aber auch dadurch aus ſeinen Träumereien ziemlich in die Wirklichkeit zurückgeſchreckt worden, und um allem ähnlichen Ungemach künftig zu entgehen, bog er in eine ſchmale Seitengaſſe, wo es weder Spiegelfenſter, Wä⸗ ſcherinnen, noch vorüberrollende Equipagen gab, wo ſich aber ein kleiner verſteckter Laden befand mit Seilerwaaren aller Art, den der Kaufmann ſchüchtern und ängſtlich betrat. Mochte ſich dieſe Aengſtlichkeit vielleicht auf ſeinem Geſichte ausſprechen, genug, der Herr des Ladens betrachtete den Eingetretenen mit begreiflichem Mißtrauen, als dieſer einen langen und ſoliden Strick verlangte, ſtark genug, wie er unvorſichtig hinzuſetzte, um einen ziemlich ſchweren Mann zu tragen. Da aber der Seiler keinen Grund fand, die Abgabe eines ſolchen Strickes zu verweigern, ſo händigte er ihn dem Käufer in verlangter Länge und Stärke, wenn gleich kopfſchüttelnd, ein, glaubte es aber dem öffentlichen Wohle ſchuldig zu ſein, ſobald Herr Weller weggeeilt war, ſeinen gewiß gegründeten Verdacht einem zufällig vorüber⸗ ſchreitenden Polizeidiener mitzutheilen, der denn auch nicht unterließ, dem raſch Davoneilenden in einiger Entfernung zu folgen.

Die Seitengaſſe führte Herrn Weller auf den Weg zu⸗ rück, von dem er hergekommen war, zu der Straße nämlich, in welcher das Haus lag, wo Victor Barring ſeine Zim⸗ mer hatte, und wo er ein paarmal ſchüchtern vorbeiſchlich,