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Stande war, auf der Straße ſeine Aufmerkſamkeit zu er⸗ regen, höchſtens ein bedeutender Kunde, mit dem er einige er⸗ gebene Worte wechſelte, ſo war es dagegen heute gerade ſo, als ſuche er ſich durch alle möglichen Geſchichten zu zerſtreuen. Er blickte bald rechts, bald links, bald an den Himmel empor, bald wieder auf ſeine Fußſpitzen, jetzt blieb er vor einem Modewaarenlager ſtehen, dann ſogar vor einem Bilderladen,— Ctabliſſements, die ihm ſonſt ein Gräuel waren; aber wenn man ihn bei die⸗ ſem Stehenbleiben genau betrachtete, ſo bemerkte man an der vollkommenen Leere ſeines Blickes, mit dem er alle Gegenſtände rings umher beſchaute, daß ſeine Gedanken ausſchließlich anderswo beſchäftigt waren. Und darin täuſchte man ſich auch nicht. Was kümmerten ihn Modewaaren und Bilder? was Himmel und Erde? War ihm doch zu Muthe, wie einem tapferen Ritter der guten alten Zeit, war doch all' ſein Sinnen auf eine That gerichtet, groß und würdig, um die Dame ſeines Herzens zu gewin⸗ nen.— Sah er doch nach langem vergeblichen Dichten und Trachten endlich dieſe That vor ſich ſchimmern, und nicht einmal in weiter nebelgrauer Ferne, ſondern dicht vor ſich, erreichbar.——
In dieſem Augenblicke ſtolperte er heftig über einen Waſchkorb, den die ausruhenden Trägerinnen auf das Trot⸗ toir geſetzt und den er allerdings hätte ſehen müſſen, wie ihm auch die Betreffenden mit einigen unzarten Worten zu verſtehen gaben;— er ſtolperte heftig, und wäre wahr⸗ ſcheinlich in die großen Spiegelſcheiben eines Ladens ge⸗ ſtürzt, wenn er ſich in dieſem höchſt gefährlichen Momente nicht an den Rockkragen eines älteren, ſehr würdig aus⸗ ſehenden, aber ſtämmigen Herrn angeklammert hätte, der ihn mit begreiflicher Indignation ſo derb abſchüttelte, daß
der ohnedies erſchütterte Herr Weller von dem Trottoir
Hackländer, Tag und Nacht. 1I. 2


