Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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Alicens befanden. Wie gern hätte er nach ihrem Befinden geforſcht er wagte es nicht; wenn er an die vergangene Stunde dachte, ſo ſchauerte es ihn, da er ſich jenen Schrei in's Gedächtniß zurückrief, den ſie ausgeſtoßen. Kannte er doch ihre ruhige, ſchöne und feſte Seele; fühlte er doch ganz genau, welch' furchtbare Erſchütterung dazu gehört, Alice Duvallet, dem ſtarken Mädchen, jenen Schrei auszu⸗ preſſen. Ah! er konnte ihn nicht vergeſſen, jenen Laut des Schmerzes; er ſchlug immerfort an ſein Herz, und jetzt, wo er ſich hier im Dunkel befand, wo das Andere, was ihn beſchäftigt, raſch in den Hintergrund ſchwand, wo nichts vor ihm ſtehen blieb als das Bild Alicens, als jener ent⸗ ſetzliche Laut, da wankten ſeine Schritte ordentlich und es

kam ihm vor, als müſſe er ſich mit der Hand an die Mauer

ſtützen. Wenn ihn auch einestheils jener Ruf aus ihrem Munde entzückt hatte, ihm konnte es nicht entgehen, was er bedeutet ſo klang er ihm doch anderntheils

wieder wie der ſchrille Ton einer zerriſſenen Saite, einer Saite, die bisher ſüß und harmoniſch geklungen, die aber jetzt wohl nie mehr zuſammenzuknüpfen war.

Es ſchlich Jemand die Treppen herauf und kam ihm in dem finſteren Gange entgegen. Es war Alicens Mäd⸗ chen, welches auf einem Teller Eiswaſſer trug und einen kühlenden Früchteſaft. Kaum erkannte ſie in der Dunkel⸗ heit den Neffen des Hauſes, und dann ſagte ſie ihm auf ſeine Frage:es geht ſchon beſſer mit dem guten Fräulein; ſie hat ſich recht ordentlich erholt.

Du gehſt in ihr Zimmer? fragte Victor und ſetzte dringend hinzu:Laß' die Thür ein wenig offen, ich will Alice nicht ſtören, möchte ſie aber einen Augenblick ſehen.

Wenn es möglich iſt, gewiß, Herr Victor, entgegnete das umſichtige Mädchen und verſchwand in dem Zimmer,

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