— 11— zog ſich discret an ſein Fenſter zurück,
Herr Kohler wo er zu Madame Stifter
und Victor trat in den Salon, mit leiſer Stimme aber haſtig ſagte: „Was haben Sie beſchloſſen, There und darf ich ihm ſagen, wenn er mich fragt?— Sie wer⸗ den begreifen, daß es von mir an einem Freunde ſchlecht
gehandelt wäre, ihn in ſeiner traurigen Hoffnungsloſigkeit
zu laſſen.“
Sie blickte ihn mit einem ſchmerzlichen Lächeln an. reſe,“ fuhr der junge Mann inni⸗ ger und herzlicher fort,„daß Sie mit der Verfolgung jenes Schrittes, den Sie gethan, Ihre ganze Zukunft und die Ihrer Kinder mit Füßen treten. Verſprechen Sie mir mil⸗ der zu ſein, nicht ſchwach und nachgiebig, nur empfänglich und vor allen Dingen zum Vergeſſen geneigt.“
„Ich kann nicht nach meinem Hauſe zurückkehren,“
ſe?— Was kann
„Bedenken Sie, The
ſagte ſie nach einem längeren Nachdenken.„Bei Gott! das kann ich nicht; ich müßte mich vor mir ſelber ſchämen. Der erſte Schritt iſt gethan; ich kann ihn nicht ungeſchehen machen.“
„Aber Sie haben die Macht und die Kraft, Ihre
künftigen Schritte nach einem andern Ziele hinzulenken.
Und das müſſen Sie.“ „So bezeichnen Sie mir den Weg, den ich gehen ſoll.
Ich will Ihnen vertrauen, Victor, da ich rath⸗ und thatlos einſam in der Welt ſtehe. Aber. Eins verlangen Sie Richt von mir: ich kann jetzt nicht in mein Haus zurückkehren— nicht zu ihm, der ja mich, die Entflohene, mit einem mit⸗ leidigen Lächeln empfangen könnte.— Ah! das ertrüg' ich nicht.— Glauben Sie mir, Victor,“ ſetzte ſie nach einer Pauſe hinzu,„es iſt beſſer, wenn wir uns nach dem, was vorgefallen, eine Zeit lang nicht ſehen.— Ich will
jene Stelle annehmen.“


