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.— 10— Sie kein ſo ſonderbares Geſicht; Ihr Leben und Treiben blieb mir nicht verborgen. Alſo, wie Du mir, ſo ich Dir. — Bitte Sie recht dringend, nehmen Sie mir kein Intereſſe an meiner Wittwe.“
„Ich kann Sie verſichern, lieber Kohler, daß mich Ihre
Wittwe als ſolche durchaus nicht intereſſirt, und wenn ſie
mir einigermaßen von Bedeutung erſcheint, ſo iſt es nur, indem ich ſie mit jener Stelle in Zuſammenhang bringe, zu welcher Sie dieſelbe empfohlen. Ich ſagte Ihnen das Gleiche aber ſchon heute Morgen und bat Sie dringend, mir die Bekanntſchaft Ihrer Schutzbefohlenen zu gönnen. Sie hätten ſich meinen großen Dank verdienen können, aber Sie waren— was ſoll ich ſagen?— mißtrauiſch, viel⸗ leicht eiferſüchtig, und nun ſehen Sie, was Sie für mich nicht thun wollten, that der Zufall.“
„Sei Einer ein Narr!“ brummte Herr Kohler,„und glaube in dergleichen Sachen bei Ihnen an einen Zufall. — Aber ehrlich Spiel, Victor.“
„Ich verſpreche Ihnen das und gebe meine Hand dar⸗ auf, aber unter Einer Bedingung: bleiben Sie einen Augen⸗ blick hier im Zimmer und laſſen Sie mich noch zwei Worte mit Ihrer Wittwe reden.“
„Und wozu?“ fragte Herr Kohler mißtrauiſch.
„Das werde ich Ihnen ſpäter erklären,“ entgegnete Victor ſehr ernſt;„aber ich gebe Ihnen mein Wort, daß das, was ich mit der Dame zu ſprechen habe, gänzlich ge⸗ ſchäftlicher Natur iſt. Ja, um Ihnen noch mehr zu ſagen, ich will ihr den Rath geben, die Stelle, welche Sie für ſie geſucht und gefunden, aus Ihrer Hand dankbar anzu⸗ nehmen.“
„Wahr?“ fragte einigermaßen zweifelhaft der Makler.
„Ich habe Ihnen mein Wort gegeben, und daran wer⸗ den Sie, hoffe ich, nicht zweifeln.“


