Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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verſöhnlichere, weichere Stimmung Ihrerſeits ſehr willkom⸗ men geweſen wäre. Ich will Ihnen gewiß keine Vor⸗ würfe machen, Madame, aber ich möchte Sie nur bitten, um Ihrer ſelbſt willen meine Worte ein klein wenig zu be⸗. herzigen. Uebrigens, fuhr er gleich darauf im vollkom⸗ men ruhigen, gleichgültigen Tone des Geſchäftsmannes fort,wird Herr Kohler alsbald erſcheinen und ganz zu Ihren Dienſten ſtehen.

Dabei machte der Commerzienrath eine höfliche, tiefe Verbeugung nach altem Styl und ging dann in's Neben⸗ zimmer, wo Victor immer noch am Fenſter ſtand.

Ich möchte Dich nachher einen Augenblick ſehen, V ſagte Herr Duvallet zu ſeinem Neffen, worauf dieſer ent⸗ gegnete:

Gewiß, Onkel, ich werde ſpäter nicht verſäumen, zu Ihnen zu kommen.

Dann verließ der Herr des Hauſes das Zimmer.

Einige Minuten darauf wollte ihm der junge Mann V folgen und, bei dem offenſtehenden Nebenzimmer vorüber⸗ gehend, hatte er ſchon beinahe die Thüre erreicht, als er heftige Schritte und das Rauſchen eines Kleides hinter ſich

vernahm. Er wandte ſich um und ſah die Frau ſeines Freundes, die ihren Sitz verlaſſen hatte, haſtig und in gro⸗ ßer Aufregung auf ſich zukommen und hörte, wie ſie ihn bat, noch einige Augenblicke dazubleiben. Er folgte ihr in den Salon, und dort angekommen, wandte ſie ſich raſch von ihm ab und gegen das Fenſter zu, drückte ihre rechte Hand mit dem Taſchentuch vor die Augen und brach in ein lautes, heftiges Weinen aus, wobei ihr Körper zuckte.

Mehrere Male machte die Frau vergeblich den Verſuch, mit Victor zu ſprechen, denn jedesmal erſtickte ein neues, ſtärkeres Weinen ihre Worte. Endlich aber ſchien ſie alle ihre Kraft zuſammennehmen zu wollen, ſie preßte beide