Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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Alice im Nebenzimmer verlor nicht ein Wort, nicht ein einziges Wort.

Aber, fuhr Victor mit erhobener Stimme fort, der Sinn eines Künſtlers iſt nun einmal, vielleicht leider, nicht gemacht, wie der anderer Menſchen. Wie die Pflanze belebenden Thau und Sonnenſchein, ſo braucht er, vor Allem der Maler, eine behagliche angenehme Umgebung; fein Auge muß ausruhen, muß wieder friſche Kräfte ge⸗ winnen an maleriſchen Gegenſtänden, die ihm neue Gedan⸗ ken bringen und ſeine Phantaſie anregen, er geht lang⸗ ſam zu Grunde in einer alltäglichen, proſaiſchen, hausbacke⸗ nen Umgebung; es kann ihm dort nicht behaglich ſein; ſeine Gefühle erkalten.

Alice, die alles das hörte, preßte ihre Hände vor's Geſicht und ließ die Kinder warten an der ſpannendſten Stelle ihres Märchens.

Und was Sie eben ſagten, nahm nun die Fremde das Wort, und ihr Auge flammte wieder und ihre Lippen hoben ſich zitternd,wenn es wirklich ſo wäre, das wollen Sie als Entſchuldigung gelten laſſen für das Unglück, das mich durch ihn betroffen! O ich begreife das in Ihrer Stellung, o ich finde es ſo natürlich, daß Sie die Schuld meines Unglücks auf mich ſelbſt wälzen wollen.

Das will ich bei Gott nicht! rief Victor, ebenfalls in bewegtem Tone;das will ich nicht. Ich möchte nur ſeine ſchwere Schuld in Ihren Augen einigermaßen ab⸗ ſchwächen, um Sie zur Nachgiebigkeit zu bewegen, um Sie von dem unglücklichen Entſchluß abzubringen, den Sie ge⸗ faßt und ſchon theilweiſe ausgeführt, einen Entſchluß, ſetzte er entſchieden hinzu,der in Ihrem leider oft ſo har⸗ ten Gemüthe gereift iſt, den aber ſchwerlich eine andere Frau und Mutter begreifen wird. Glauben Sie mir, Thereſe, ich nenne Sie bei dieſem Namen, um Sie daran