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—.315— zurücknehmen, ja ich muß es wiederholen. Wenn Sie damit wandte er ſich an Madame Stifter—„Manches an⸗ ders aufgefaßt hätten, geneigt geweſen wären, kleine Dinge zu vergleichen, und große, wichtige wirklich verletzende zu vermeiden, ſo wäre Alles anders gekommen.“ Man ſah es der Frau an, welch' gewaltſame An⸗
ſtrengungen ſie machte, um ihrer Heftigkeit Meiſter zu wer⸗
den. Es gelang ihr auch inſoweit, daß nur ihre Stimme noch ein wenig bebte, als ſie, ſich zu der Frau des Hauſes wendend, mit gefalteten Händen ſprach:
„Es war eine Zeit, wo ich ſo glücklich war, wie es eine Frau nur ſein kann, die ihren Mann herzlich und innig liebt und ebenſo von ihm wieder geliebt wird. Wir lebten ſtill, zurückgezogen und dadurch um ſo glücklicher. Wir erhielten die beiden Kinder, die Sie eben geſehen, und unſere ſorgenfreien, wenn auch beſcheidenen Verhältniſſe ge⸗ nügten mir und meinem Mann. Konnten ſie uns nicht auch genügen, konnte er nicht auch fortwährend glücklich darin ſein?“— Da ſie bei dieſen Worten ihren Blick auf Victor richtete, ſo zuckte dieſer leicht mit den Achſeln. Dann fuhr ſie fort:„Es ſollte aber nicht ſo bleiben; nach⸗ dem wir ein Paar Jahre ſtill und zufrieden gelebt, bemerkte ich wohl, daß unſere kleinen, beſcheidenen Verhältniſſe mei⸗ nem Manne hie und da drückend waren.“
„Erlauben Sie,“ nahm der Muſiker das Wort,„Sie bemerkten das; ich erinnere mich ganz genau, wie Sie mir es damals ſagten; ich kann Ihre eigenen Worte wieder⸗ holen. ‚So oft Ferdinand von einem Beſuche ſeiner Be⸗ kannten oder aus dem Atelier eines Freundes zurückkommt, ſo oft iſt er verſtimmt und hat etwas an unſerem Haus⸗ weſen auszuſetzen.— Das waren Ihre Worte, und als ich Sie fragte: ‚Was hat er auszuſetzen? da entgegneten Sie mir: ‚Wer kann all' die Launen eines Künſtlers behal⸗


