Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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kannten:Es war einmal ein reicher König, der hatte eine

ſehr ſchöne Tochter, die konnte zaubern zulauſchte. Da⸗ bei war es aber ſelbſt wie ein Zauber, daß das junge Mädchen, olbgleich ſie ſo eifrig erzählte, doch immer und immer jedes Wort aus dem Nebenzimmer ſo deutlich ver⸗ nahm, als würde es ihr in's Ohr geflüſtert.

Meine Gründe, ſagte die ſchwarzgekleidete Frau in ſchneidendem Tone,o Gott! meine Gründe! Sie wiſ⸗ ſen es am Beſten, ob meine Gründe haltbar ſind oder nicht. Es iſt grauſam, von Ihnen das hören zu müſſen. Wer hat beſſer als Sie die genaueſte Kenntniß von dem Thun und Laſſen meines Mannes? Wer ſah ihn Schritt vor Schritt immer tiefer hinabſtürzen von leichten Feh⸗ lern zu ſchwereren Vergehen, von dieſen zu Laſtern und Verbrechen? Wer anders als Sie beſtärkte ihn durch das eigene Beiſpiel in dem wilden Leben, wodurch ſein häuslicher Friede, das Glück ſeiner Kinder zu Grunde ging? Wer trägt einen großen Theil der Schuld?

Wer? fragen Sie mich? wer anders als ich ſoll an all' dem Unheil, das ich allerdings kommen ſah und dem ich mit Ermahnungen und Warnungen vergeblich entgegen zu arbeiten ſuchte, Schuld ſein? Meinetwegen denn Vorwürfe um Vorwürfe! Nur daß die meinen haltbar ſind. Wer, fragen Sie, trägt mit die Schuld, daß es ſo weit kommen mußte? Nun denn: Sie ſelbſt mit Ihrem harten, verſchloſſenen Weſen!

Die ſchwarzgekleidete Frau ſchlug ein ſchreckliches La⸗ chen auf, und Madame Duvallet, ängſtlich geworden durch die Heftigkeit der Beiden, ſagte in bittendem Tone:Aber, Victor!

Sie haben Recht, Tante, ich ließ mich hinreißen. Doch wenn ich mein Wort von eben auch etwas zu haſtig und unvorſichtig herausſtieß, ſo kann ich es doch nicht

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